Existenz (2)

28. Oktober 2020 at 02:13

Alles funktioniert, weil alles auf einem harmonischen Prinzip aufgebaut ist, die Harmonie zu und mit allem die Grundlage bildet. Das Gesamtbewußtsein ist ein Zustand der absoluten Balance, ein Zustand, in dem sich alles in perfekter Harmonie befindet – der Moment zwischen zwei Atemzügen, in dem alles innehält. Das ist ein Moment des Potenzials, des Fokusnehmens, bevor die nächste Bewegung einsetzt in Richtung A oder B oder XYZ; denn Alles-was-Ist, ist jede Richtung, ist überall zeitgleich. Das Potenzial ist für sich genommen un-bewegt, aber es vibriert vor Energie, die in diesem einen Moment keine Richtung hat und sich in scheinbarer Ruhe befindet, in perfekter Balance. Doch durch die innewohnenden Vibrationen „singt“ es. J  Es singt die ganze Zeit über, ist im Austausch mit den eigenen Schöpfungen.

Wieder: Was ist Leben? Leben bedeutet ein Teil zu sein von dieser Grundenergie, Leben bedeutet existieren. Und weiß nicht ein Jedes, von Universum, Planeten über Wesen bis hin zu Sandkörnern und Atomen, daß es lebt, daß es existiert?! Existenz bedeutet gleichfalls, in Bewegung zu sein. Es bedeutet nach meinem eigenen Empfinden ebenfalls, daß ich niemals wieder gänzlich zurücksinken kann in einen Zustand des „Potenzials“: Etwas existiert oder existiert nicht – wobei eine Nichtexistenz nicht beschreibbar ist für uns. Aber es ist nicht möglich (!) von einem Zustand der Existenz, welcher ewig ist, in einen Zustand der Nichtexistenz zu fallen.1

Und wie ein Pendel in seinem untersten Punkt für einen winzhaften Moment in Balance ist in seiner Bewegung, so durchstreifen wir selbst ebenfalls immer wieder diesen Balancepunkt. Aber wir sind nicht diese Energie. Bei dieser Analogie wäre das Gesamtbewußtsein der Motor, der im Hintergrund das Pendel überhaupt in Bewegung hält. Und so, wie ein Pendel mit seinem Mechanismus verbunden ist, so sind wir stets mit dem Gesamtbewußtsein verbunden, ob uns dies nun bewußt ist oder nicht. Der Mensch mag vergessen haben, daß er aufgrund jener Energie überhaupt existiert, aber seine spezifische Wahrnehmung ändert nichts an der Tatsache, daß sie existiert. Genauso verhält es sich im nichtphysischen Ausdruck, wobei die nichtphysischen Energien sich ihrer Verbindung zu ihrer Quelle der Existenz stets bewußt bleiben, auch während ihres Ausdrucks und der vielfachen Bewegungsrichtungen.

Das „Pendel der Existenz“ ist ein Perpetuum Mobile, denn die Bewegung, das Sein, hört nie auf, ungeachtet der jeweiligen Wahrnehmung. Und während all dieser Bewegungen durchstreift das Lebenspendel auch immer wieder jenen „inneren Balancepunkt“. Das sind jene Momente, wo man sich vollkommen in der „Energie des Seins“ befindet – kurze Momente, in denen man die Einheit mit der Schöpferkraft spürt. Aber meines Erachtens ist es nicht möglich, wieder zu einem „Potenzial“ zu werden, wenn man einmal ins Leben gesungen ist. Das ist und bleibt der Grund, weshalb ich behaupte, ein Jedes, das existiert, hat in seinem Kern eine Bewußtheit über die eigene Existenz – das, was ich als ein Ich-Empfinden bezeichne, und sei es auch noch so schwach ausgeprägt.

Deshalb funktioniert für mich die Analogie mit dem See nicht, wie Sasha sie präsentiert:2

Sasha benutzt die Analogie eines Sees für das Gesamtbewußtsein, aus welchem alle Schöpfung hervorgeht. Bezogen auf unsere menschliche Erfahrung sagt sie, nach dem Tod würde jeder Bewußtseinspartikel (Tropfen) wieder zurück in den See gelangen und sich dort mit dem See vereinigen bzw. wieder darin „auflösen“. Ein neuer Tropfen für z.B. ein nächstes Leben (Inkarnation) stünde daher in keinem direkten Zusammenhang mit einem zuvor gelebten.

Doch in meiner Wahrnehmung ist es nicht möglich, die eigene Bewußtheit hierin wieder komplett „aufzulösen“. Man gibt durch sein Leben/Existenz automatisch seinen jeweils spezifischen Ausdruck, all seine Erfahrungen, Erlebnisse, Erkenntnisse ans Gesamtbewußtsein weiter, da wir ja stets mit diesem verbunden sind: Dadurch, daß alles Existierende in jedem Augenblick mit dem Gesamtbewußtsein verbunden ist, werden sämtliche Erkenntnisse, Erlebnisse, Informationen automatisch auch hier eingespeist und bereichern hierdurch jenen „Pool der Erkenntnis“, den das Gesamtbewußtsein darstellt.

Ich sage auch manchmal, daß unser Universum oder Alles-was-Ist eines Tages „implodieren“ wird.3 Dies wäre ein Moment, in dem alles Existierende sich sozusagen zeitgleich im Balancepunkt befindet. Aber hierdurch wird trotzdem nicht wieder alles zum ursprünglichen Potenzial! Es wäre dann wie eine geballte Bewegungskraft, die für einen kurzen Augenblick „die Luft anhält“ und sich dann als geballte Kraft wiederum in ein Neues hinein ergießt. Wir mögen diesen Moment als die Geburt eines neuen Universums empfinden oder beschreiben, weil wir ja so fixiert sind auf Lineares und den physischen Ausdruck. Es wäre jedenfalls eine Explosion in eine weitere, eine neue Seinsweise, welche wiederum unendliche Möglichkeiten des Ausdrucks bietet – „neu“ auf der Grundlage eines veränderten Bewußtseinszustandes, den wir zur Zeit unmöglich erfassen können.

Auch verschwindet in einem solchen Moment die grundlegende Energie des Gesamtbewußtseins nicht, denn diese ist und bleibt die grundlegende Energie in allen Zusammenhängen der Existenz. Lediglich die Ausdrucksmöglichkeiten oder Formen einer bestimmten Ausrichtung werden sozusagen „zusammengefaßt“, und explodieren in etwas Neues hinein.

Dies ist meines Erachtens eine gute Beschreibung dafür, was Sasha mit dem See versucht zu erläutern: In einem solchen geballten Moment, in dem alles Wissen bewußt für jeden Existenzpartikel zugänglich ist, liegt das ultimative Empfinden einer Einheit, ein Teil zu sein von allem, was existiert. Dennoch löst sich das eigene sich-bewußt-sein darüber, daß man existiert nicht auf! Es mag sich in einem derartigen Moment der Verschmelzung so anfühlen; da man aber existiert, wird auch die Bewegungsrichtung wieder weitergehen und sich in einen nächsten Ausdruck – oder mehreren zeitgleich – hineinkatapultieren. Auf ähnliche Weise schießen wir ebenso nach einem gelebten Leben quasi durch diesen Ruhepunkt hindurch wieder in ein neues Leben hinein.

In jenem Punkt, wo man sich mit allem verbunden weiß (Balance, Potenzial), ist es natürlich möglich, von dort aus jede beliebige Richtung oder jeden beliebigen Ausdruck zu wählen. Auch weil man in diesem Moment mit allem Wissen und allem Sein verbunden ist. Aber ein neuer Le­bensausdruck ist meiner Wahrnehmung nach nicht „wahllos“, sondern wird ja angetrieben durch die eigene Bewegungsrichtung, die eigene Entwicklungs-Flugbahn, auf der wir uns befinden. Zwar bleibt man nicht die Person X oder Y, als die wir uns zuvor ausgedrückt haben, aber durch all unsere Leben haben wir meines Erachtens dennoch so etwas wie einen eigenen „Erkenntnisfaden“, dem wir folgen. Natürlich gibt es unzählige Möglichkeiten, einen nächsten Ausdruck zu wählen, aber ich bin sicher, diese Wahl ist mit den Energien der eigenen spezifischen Bewußtseinsreise durchtränkt. Und diese Energien weisen in eine bestimmte Richtung. Die „persönlichen“ Erfahrungen werden durch die Verbindung mit dem Gesamtbewußtsein Allgemeingut, was sie immer sind und bleiben, auch wenn wir dies nicht bemerken. Aber dennoch gibt es eine Bewegung in jedem von uns, eine Kraft, die uns lieber in die eine Richtung stupst als in eine andere. Ob wir diesem Stups nun folgen oder nicht, so ist er doch vorhanden. Und in den nichtphysischen Ausdrucksformen folgen wir diesen Impulsen ohne sie zu hinterfragen, denn wir wissen dann, hier liegt unsere Lebenskraft und Verbundenheit.

Von daher haben wir eine „Richtung“. Auch wenn ich weiß, daß ich stets mit allem verbunden bin, so folgt doch jedes Bewußtseinspartikel seiner eigenen Flugbahn, seinem eigenen Ausdruck. Und deshalb sage ich, man bleibt als Bewußtseinspartikel stets auch innerlich verbunden mit all seinen persönlichen Ausdrucksformen. Je weiter ich meine Wahrnehmung ausdehnen kann, mag dies dann irgendwann auch auf einer innerlich bewußten Ebene sämtliche Erfahrungen aller anderen Ausdrucksformen umfassen; es ist wie die Verschmelzung von Ideen, Erfahrungen und Erkenntnissen, die man teilt. Aber dennoch – so meine ich – hat jedes Bewußtseinspartikel hierbei seinen eigenen „roten Faden“ und könnte sein Gewordensein zurückverfolgen zu anderen Ausdrucksformen (Leben), in denen die Erfahrungen gemacht wurden.

Für mich ist dies jedenfalls kein „wahlloser“ Vorgang. Seth4 erklärt es ja auch ziemlich gut, wenn er von jenen anderen Persönlichkeiten spricht, als die er sich ausgedrückt hat. Und derjenige Anteil hiervon, der sich nun Seth nennt, hat sich in eine „aufgewachte Richtung“ entwickelt, ist jener Teil, der in diese Richtung spaziert ist – während andere Anteile und Ausdrucksformen (andere Teil-Persönlichkeiten) in ganz andere Richtungen gewandert sind, um andere Bewußtseins-Abenteuer auszuleben.

Dies ist ein wenig der Versuch, die Komplexität aller unzähligen Richtungen und Möglichkeiten, die man auf der Grundlage des Gesamtpotenzials einschlagen kann oder könnte, zu erklären. Das Verstehen ist für unsere linearen Vorstellungen hier unmöglich. Die Sache ist doch: Der innere Bewußtseins-Anteil einer Persönlichkeit, jener Anteil, der stets mit Bewußtseinsfragen und dem Aufwachen befaßt ist, ist eine spezifische Energieausrichtung, ein Energiefaden; während andere Energiefäden mit weiteren Lebensthemen z.B. in der Physis parallel hierzu laufen, zusätzlich zu allen anderen Möglichkeiten, für die man sich nicht entscheidet. Dennoch gibt es hier einen persönlichen Kern, der sich z.B. „Seth“ nennt und von seinen Erkenntnissen erzählt; und anderswo gibt es eine Person X, die andere Ausdrucksformen gewählt hat.

Welcher Anteil von all diesen Möglichkeiten wahrgenommen wird, liegt an meinem eigenen Fokus. Und das nun ist und bleibt die Preisfrage: Wer oder was in mir setzt meinen Fokus??!5 – den Fokus, ob ich nun einen Seth und dessen Erkenntnisse wahrnehme oder z.B. den Fokus ein guter Anwalt zu sein? Ich bleibe dabei: Es gibt in jedem Bewußtseinspartikel einen Ich-Anteil, welcher letztlich den persönlichen Fokus setzt!

Die Person, als die ich mich im Moment ausdrücke, hat beispielsweise einen Fokus aufs Bewußtsein. Es gibt andere Anteile in mir, die andere Richtungen verfolgen. Aber die Person, zu der ich geworden bin und als die ich mich empfinde und ausdrücke, hat diese Richtung gewählt – trotz all der anderen verlockenden Möglichkeiten. Hinzu kommt auch noch, daß ich ja obendrein noch das Gefühl habe: Es hätte garnicht anders sein können!6 Hier ist also ein starker Grundfokus bereits vorhanden, dem die Person, die ich bin, garnicht entkommen kann. Man mag dies als eine Richtung oder vorgeburtliche Entscheidung betiteln, was wir dann ggf. „Schicksal“ nennen; aber es ist und bleibt eine Tatsache, daß eben auch vorgeburtlich etwas diesen Fokus gesetzt hat und hier eine bewußte Entscheidung getroffen wurde.

Jeder Entscheidung – wie jeder Richtung, die man wählen kann – liegt innerlich ein bewußter Vorgang zugrunde, mit welchem spezifischen Energiestrang die Wahrnehmung sich dann verbindet, diesen auslotet, die Wahrnehmung reitet. Und ein Fokus, unsere Entscheidung für eine bestimmte Wahrnehmung kann nur gesetzt werden von einem „Existenzkern“ – jenem Lebensfunken in uns, der sich in unseren Zusammenhängen als ein „Ich“ empfindet, als existent.

(Spax  28.10.20)


Siehe ergänzend folgende Beiträge –  für den Aspekt…

  Existenz und Nicht-Existenz:  Existenz
  Implosion, Auflösung:  Kraft meiner Vorstellung
 Fokus:  1) Fokus – Fokus – Fokus !,  2)  Fokus setzen,  3)  Fokus halten
  Ich-Aspekt:  Wahrnehmungsgrenzen
  Realität ’→ siehe Lexikon:  Wahrnehmung, Realität

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Fußnoten

  1. Ich spreche jetzt nicht von einem „Sterben“, wie die Menschheit den Tod versteht und sie dann befürchtet, ihr „Leben“ oder ihre „Existenz“ sei damit ausgelöscht. Ich spreche wie immer übers Bewußtsein.
  2. Sasha ist eine von Lyssa Royal Holt gechannelte Wesenheit von den Plejaden in der 4. Dichte (4D). Für die Analogie siehe Lyssa Royal Holt: The Golden Lake – Wisdom from the Stars for Life on Earth, Light Technology Publishing 2019.
  3. Siehe hierzu z. B. den Beitrag Kraft meiner Vorstellung.
  4. Seth war eine von Jane Roberts gechannelte Entität. Seth ist eine der wenigen Channelpersönlichkeiten, die auch physische Erfahrungen auf der Erde gemacht haben und gelegentlich hiervon berichten. Siehe Jane Roberts: Gespräche mit Seth – Von der ewigen Gültigkeit der Seele, Goldmann 1986 [1972].
  5. Siehe zu diesem Themenkomplex auch die Beiträge Fokus – Fokus – Fokus !, Fokus setzen, Fokus halten.
  6. Dies ist unserer Wahrnehmung innewohnend: Das, worauf wir unseren Fokus richten und somit wahrnehmen, formt sich als unbestreitbare Realität.