kleine Dinge

20. Juni 2026 at 17:18

Einfach ein paar Handgriffe machen. Damit anfangen, sonst rostet mein Tun irgendwann komplett ein – oderso. Langsam, eins nach dem anderen. Oder einfach nur: ein kleines Ding; und dann – mal schauen – noch ein kleines Ding. Auf diese Weise ändere ich tiefsitzende Gewohnheiten; und zudem zu wissen, dass ich nichts „falsch machen“ kann, mein Leben aber auch nicht „egal“ ist, als dass ich nur in der Ecke herumsitze. Auch wenn ich zur Zeit weder Ziel noch Elan noch „Excitement“ (Begeisterung) für auch nur irgendetwas verspüre, so kann ich doch diese kleinen Dinge tun, von denen ich weiß, dass ich mich hinterher zumindest freue, das eine oder andere auch umgesetzt zu haben. Diese kleinen Dinge beibehalten, jeden Tag (!), denn erst dann werden sie zur Routine. Vielleicht erzeugen sie früher oder später wieder einen Funken in mir. Mich aber auch nicht schimpfen wegen des „Nichtstuns“, ich habe es mir gewählt und ausgesucht. Ich brauchte diese Art Erholung und des Herunterfahrens. Nun aber möchte ich das nicht mehr.

Worauf ich ebenfalls nicht mehr „warten“ muss, ist irgendein – neues oder altes – „Ziel“ oder ein „Lebensplan“, den ich für mich beruflich oder sonstwie für „sinnvoll“ halte! Und das ist extrem wichtig, denn diese Sucherei oder das Warten auf „diese eine Lebensaufgabe“ legt uns unbewusst Fesseln an und verhindert, dass wir uns überhaupt in Bewegung setzen; denn es könnte ja „der falsche Weg“ sein oder mir meine „einmalige Chance“ für jene ominöse Passion verbauen, die ich dann eventuell verpasse! Aber es gibt kein Falsches, es gibt nur „tun oder nicht tun“. Und wenn ich bemerke, dass etwas nun doch nicht dem entspricht, was ich geglaubt oder mir vorgestellt habe, kann ich es ja wieder lassen und ein anderes Ding ausprobieren. Aber am allermeisten müssen wir volles Vertrauen dafür haben, dass a) alles, was wir tun, einen Sinn hat; und b) solange ich ein kleines Ding mache, das ich umsetzen kann und dann ein weiteres kleines Ding undsoweiter, so werde ich mir einen Flow aufbauen, bei dem automatisch eines zum anderen führt und gut ist für mich.

Yep: am Anfang muss man sich ein klein wenig zwingen und diese „dumpfe Decke“, die mittlerweile über einem liegt durchdringen. Aber auch die dumpfe Decke hat ihren Sinn und Zweck, denn sie ist wie ein Kokon, in dem sich in aller Stille innerlich das eigene Sein wieder neu ausrichtet. Und genau hierfür benötigen wir diese Hänge-Phasen. In diesen Hänge-Phasen können wir sogar lernen, uns nicht dafür zu schämen oder zu ärgern, diese Hänger zu haben und zu erkennen, dass sie notwendig sind, um wieder eine innere Stabilität zu erlangen und um die eigene Richtung auch innerlich (!!) zu verändern. Diese „Verpuppungsphasen“ sind nicht leicht auszuhalten, da uns unsere jahrelange oder jahrzehntelange Gewohnheit, sowie jene kleine fiese Stimme in unseren Köpfen, sowie der allgemeine gesellschaftliche Blick (oder auch der Blick von Freunden, Familie etc.) insgesamt stets unseren Selbstwert schwächt.

(Spax  08.03.2026)

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