Transformation – Integration

18. April 2022 at 21:47

1Da war letztens ein Gedanke über die innere Persönlichkeit: Was bleibt denn von all unseren Erlebnissen haften? Was bleibt in unseren Erinnerungen? Was bleibt von unserem Leben?! Denn auch wenn es in meiner Kindheit Situationen gegeben hat, an denen ich gelitten habe, so erinnere ich mich nicht an irgendwelche spezifischen Situationen, sondern was in mir bleibt, ist ein Gefühl: der Ablehnung, der Zurechtweisung, des Schmerzes etc. Und jede neue Situation, die in mir dasselbe Gefühl auslöst, ist ein Spiegelbild jener ersten.

Solange ich meine Gefühle von Minderwertigkeit nicht transformiere, nicht durchleuchte und ihnen auf den Grund gehe, kann ich sie nicht integrieren und werde stets irgendwelche Anderen für mein Unwohlsein verantwortlich machen, wodurch ich dieses minderwertige Gefühl in mir natürlich nur bestätige und verstärke. Habe ich aber die Wurzel des jeweiligen Übels erkannt und durchleuchtet, löst es sich auf, wird ein Teil von mir wieder integriert, den ich zuvor ausgelagert hatte in alle möglichen Konfrontations-Situationen. An die Situationen erinnert man sich später nicht mehr unbedingt, aber die innere Transformation kann man immer spüren, es ist das, was bleibt. Es ist ebenso das, was als Erinnerung bleibt: der innere Prozeß. Und durch jede einzelne Integration haben wir ein Stückchen mehr an unserer eigentlichen inneren Person oder Persönlichkeit gearbeitet, haben etwas unserem „Persönlichkeitskern“ hinzugefügt.

Momentan meine ich, es ist jener Kern, der sich durch all diese Erfahrungen und Prozesse wandelt. Indem ich in jedem Leben weitere Erkenntnisse sammele über mich und sie integriere durch Auseinandersetzungen und Prozesse, bereichere ich meinen Wesens-Kern, der in meinen Augen jener „Energie-Komplex“ ist, der sich durch die Ewigkeit wandelt und transformiert. Hierbei bleibt er keine Singularität, und bleibt es doch. Denn sämtliche Aspekte, die in mir vorhanden sind, sind Energien des Großen-und-Ganzen, der Einheit, auch wenn ich diese Energien während der jeweiligen Leben als ein „Gegenüber“ wahrnehmen mag. Und eben weil alles miteinander zusammenhängt, bereichert jede persönliche Erkenntnis auch alle anderen Energiekomplexe, z.B. die Persönlichkeitskerne.

Was man für sich selbst transformiert hat, bleibt bestehen. Aus diesem Grund begegnen uns dann keine weiteren Situationen derselben Art und Auseinandersetzung, mit denen man zuvor vielleicht jahrelang gerungen hat. Denn sie sind nun integriert und ein transformierter Bestandteil des Persönlichkeitskernes. Es ist beispielsweise wie mit dem Einfühlungsvermögen, wenn ich mich in die jeweilige Lage eines Gegenübers hineinversetze: Ich tu′ dies automatisch, muß nicht darüber nachdenken; aber andere können das nicht, müssen dies erst lernen. Für jemanden, der bestimmte Dinge bereits integriert hat, sind dies Selbstverständlichkeiten, über die er nicht weiter nachdenkt. Umso erstaunlicher ist folglich die Erkenntnis, daß andere dies nicht automatisch können und erst lernen müssen. Und so ist es mit allem. Das, womit ich selbst ringe, haben andere bereits transformiert und integriert. Solche Leute/Wesenheiten können dann manchmal Hilfestellung leisten in diesen Aspekten. Und so entwickeln wir uns stets weiter, miteinander.  🙂

(Spax  18.4.22)

xx
Siehe hierzu erweiternd auch den Beitrag abstrakte Ideengebilde.

Download PDF

Fußnoten

  1. Siehe hierzu erweiternd auch den Beitrag abstrakte Ideengebilde.