Kommunikative Gedanken
Es erschreckt mich ein wenig, wie präzise und fast augenblicklich meine Gedanken sich in 3D umsetzen:
1) Elias: O., C. und ich saßen gestern in meiner Küche und haben herumgealbert, daß wir den Elias1 vielleicht dann irgendwo anders noch aufführen könnten, weil wir ihn ja jetzt gesungen haben. Und später am Tag kam C. dann mit der Info, daß ein anderer Chor ihn nächstes Jahr aufführen will.
2) Günzeug-1: Als ich neulich auf dem Balkon saß und auf die Garageneinfahrt gegenüber schaue, sehe ich, daß an dem Mäuerchen, mit dem sie eingefaßt ist, ein kleiner Busch gewachsen war, wobei ich mir dachte: „Ah ja, der Typ macht ganz ausdrücklich nur seine Zuständigkeit, aber diesen Busch, der ja an seinem Anwesen wächst, aber auf der anderen Seite, der Seite der Gemeinde, da tut er nicht einen Handschlag.“ Ich meine, das ist grundsätzlich ein dämlicher Gedanke, aber es ist einfach so bezeichnend für all diese Menschen, wie sie so eingesperrt sind in sich selbst. – Nein, ich bin nicht besser, das will ich damit nicht sagen und ich weiß auch, daß ich lange lange Zeit ganz genauso war und bestimmt manchmal ebenso bin in meinen eigenen Belangen. Was aber so erstaunlich war: Heute waren ein paar Arbeiter da und haben jeden grünen Halm aus der Ritze gesäbelt, der an den Grundstücksgrenzen wuchs. Meine Güte, was für ein Aufwand, um ein paar Halme zu entfernen. Das war der zweite Zusammenhang, einer 1:1 Manifestation.
3) Grünzeug-2: Dann habe ich neulich auf die Hecke des gegenüberliegenden Grundstückes der anderen Hausseite geschaut und dachte mir: „Oh, wie schön wild die wächst und ausschaut“, und dachte daran, daß sonst so ein dickerer bedächtiger Mann diese Hecke immer geschnitten hat. Und siehe da: Heute steht eben dieser Mann auf der Gaß′ und schneidet die Hecke in seiner akkuraten bedächtigen Art.
All dies hat mir gezeigt, wie präzise meine Gedanken eingesetzt werden – vor allem jene, die mir emotional nicht das geringste bedeuten. So hatten Abraham2 – und andere – es ja beschrieben, daß die Manifestierung unserer Gedanken immer schneller gehen würde je weiter wir in den höheren Schwingungen der „neuen Zeit“ voranschreiten. Ich kann das sehr deutlich beobachten schon seit längerer Zeit, doch je kürzer die Abstände dazwischen sind, desto eigenartiger wird diese Erfahrung. Es erstaunt mich weniger, wenn ich „absichtliche Gedanken“ denke, also bei zielgerichteten Szenarien, die ich mir wünsche oder vorstelle – aber mit Gedanken, die mir nicht wirklich etwas bedeuten, die ich nicht im Sinne eines „Wunsches“ absichtlich richtungsweisend ausgesendet habe, ist es doch eine befremdliche Erfahrung.
Neulich habe ich mich auch gefragt – im Hinblick meiner „Baum-Frage“, wenn ich mir Bäume anschaue und sie so schön finde und zeitgleich eine Befürchtung sich manchmal einstellt oder die Frage, weshalb Leute so wahllos meine geliebten Bäume immer absäbeln –, ob ich hier eine „abstrakte Absicht“ auffange, die bereits irgendwo beschlossen ist und der Baum dies kommuniziert, oder ob es meine halb-unbewußte Befürchtung ist, die dann zum entsprechenden Baumfällungs-Szenario führt, die Ursache hierfür ist. Wie damals beim Kartenspiel3 kann ich diese Frage nicht beantworten. Ich kann nicht sagen, ob das Ei oder das Huhn zuerst da war. Und so ist es ja: Alles ist zeitgleich im Ewigen Jetzt. Und manchmal schnappe ich Eindrücke auf, die mir zuvor nicht bewußt waren und manchmal gebe ich selbst Gedanken hinein – absichtlich oder zuallermeist wohl unabsichtlich –, nach denen meine Welt sich dann ausrichtet.
Puh, da wird mir erstmal wirklich deutlich, welche Relevanz all unsere Gedanken haben! Und es wird deutlich, wie sehr wir durch unsere Gedanken verantwortlich sind für die Ausgestaltung unserer jeweiligen Welt und den Szenarien und Erfahrungen, die wir uns hierdurch erschaffen!
Es wird gleichermaßen deutlich, wie wesentlich die Meditation ist: hineinzugeraten in eine Gedankenstille. Denn erst mit der Gedankenstille geraten auch wir selbst in unseren Ausdruck im Jetzt, in ein direktes Wahrnehmen, einen direkten Austausch sowohl mit der sichtbaren als auch mit der „unsichtbaren“ Welt. Bin ich im Jetzt verankert und meiner Gedankenstille, weiß ich, daß alles, was mir begegnet eine „Erfindung“ ist meines eigenen Bewußtseins und ein Ausdruck hiervon. Es kümmert mich dann nicht, weshalb jene Dinge in meiner Welt sich finden und mir begegnen, denn ich weiß, sie sind aus einem Grund dort vorhanden, damit ich mit ihnen interagiere. Und da ich mich im Jetzt befinde, hinterfrage ich nicht, ob dies nun ein „Gutes“ oder ein „Schlechtes“ sei, denn im Jetzt, in der Gedankenstille existiert keine Bewertung, sondern nur Handlung. Die Handlung im Jetzt ist spontan, sie agiert direkt, ohne zuvor Überlegungen anzustellen, in dem inneren Wissen, 1. nicht fehlgehen zu können und 2. dem Vertrauen, daß alle Absichten meines Höheren Selbst mein Ausdruck sind, ob ich dies nun verstehe in meinem Kopf oder nicht.
Schlußendlich ist mir im Zuge dieser Gedankengänge aufgefallen, wie lächerlich eigentlich „Prophezeiungen“ sind: Denn was können sie anderes sein als lediglich eine Widerspiegelung der Ausrichtung der eigenen Gedanken? Die ganze Wesenheit, die jemand ist, ist eingebettet in bestimmte Zusammenhänge und Gegebenheiten; und eine Prophezeiung kann somit nichts anderes sein als der Ausblick exakt jener Zusammenhänge in der Fortführung genau dieser Schwingungen, auf die diese Wesenheit fokussiert ist. Und genau hier kommt doch der eigentlich magische Zauber zum tragen: Denn indem ich doch um die größeren Zusammenhänge weiß, oder erkenne, wie mein Selbst in diese Zusammenhänge und Schwingungen eingeklinkt ist, muß mir die Bedeutung der Kommunikation in diesem Zusammenhang deutlich werden sowie das Wissen, welchen Einfluß mein Denken in Bezug zur Gesamtszenerie hat und haben muß.
Die einzig logische Schlußfolgerung, die ich hieraus ziehen kann ist die Erkenntnis, daß ich meine Schwingung bzw. meinen Fokus verändern muß, wenn ich ein anderes Szenario kreieren will und somit andere, zuträglichere Prophezeiungen erhalten möchte. Mit meinen Gedanken oder so viel mehr noch mit meiner eigenen Vorstellung bestimmter Szenarien verändere ich meine Schwingung! Daher ist dieser Ausspruch so essentiell, der besagt „Achte auf deine Gedanken, denn sie bilden deine Realität!“
Und durch all diese kleinen oder auch größeren Begebenheiten wird uns dies stets zurückgespiegelt. Die Kommunikation, die Wechselwirkung zwischen meinem persönlichen Erleben und den Gegebenheiten der Welt ist ausschlaggebend für meine Welt und meine Lebenszusammenhänge. Es ist dies nicht eine „objektive Gegebenheit“, die wir „hinnehmen“ müßten, sondern auf die wir jederzeit Einfluß haben – dies ist der Wesenskern von Kommunikation: eine gegenseitige Wechselwirkung.
Wie schwer es uns doch fällt, unser Denken und unsere Gedanken zu verändern – und nur, weil wir uns so daran gewöhnt haben. Es ist eine Gewohnheit wie jede andere auch, doch die einzige, die sich wahrhaft lohnt, zu verändern. Denn hier, in unserem Denken, formen wir unsere Welt und unsere Wahrnehmung der Welt – nicht darüber, ob ich früh aufstehe oder spät oder welchen Beruf ich nun ergreife.
(Spax 15.6.15)
Fußnoten
- Oratorium von Felix Mendelssohn Bartholdy über die Geschichte des biblischen Propheten Elias (op. 70, MWV A 25).
- Abraham ist eine von Esther Hicks gechannelte nichtphysische Entität.
- Eine Zeitlang hatte ich vor Jahren in einer Kartenspielrunde mit diesem Wechselspiel der Gedanken ebenfalls experimentiert.














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