weniger Denken, mehr Handeln

30. April 2016 at 23:10

Dies ist ein Kommentar von Ralf (30.4.2016) zu Channelings und Ablenkungen (8.4.2016).

Zwar habe ich das Buch Don’t Change The Channel1 nicht gelesen, aber das mit der Ablenkung ist ja eine Aussage, die man meines Erachtens zunächst mal – neutral betrachtet – durchaus im Raum stehen lassen kann. Leider weiß ich nicht, wie es formuliert war, dass Du Dich davon gekränkt fühlst, weshalb mein Input dazu an dieser Stelle fehlt.

Ich als Künstlerseele2 habe große Schwierigkeiten meiner Kunst nachzugehen, weil die Ablenkungen durch die „modernen Medien“ mich immer wieder in die Lethargie treiben. Genau so empfinde ich das. Natürlich macht Gaming auf Endgeräten Spaß, freilich ist Video-Pendeln auf Youtube von Thema A nach K hin zu X und zurück zu D interessant und informativ, lustig und aufregend. Wenn man dann am Ende nicht mehr weiß, womit man begonnen hat, weiß man in der Regel auch nicht, wieviel Zeit inzwischen vergangen ist.

Will ich ein Projekt innerhalb eines Zeitrahmens verwirklichen, steht die Zeit, die ich mit Ablenkungen verbringe, in diesem Zeitrahmen nicht für das Projekt zur Verfügung. Soviel zu Deiner Frage „Ablenkung wovon?“ (Dass wir alle uns von Allem-was-ist entfernen, ist freilich Konzept auf diesem Planeten, bedeutet für mich aber nicht, es sei okay, durch Ablenkungen die Verbundenheit mit meinem Thema zu verlieren; ich halte das nicht für vergleichbar). Wenn ich eine Stunde pro Tag verdaddle aber 8 Stunden mit meinem Projekt verbringe, denke ich nicht darüber nach. Wenn aber trotz des Vorsatzes, lediglich eine Stunde zu daddeln, drei draus werden, dann noch weitere Stunden mit anderen Ablenkungen verfliegen und das Projekt am Ende auch heute wieder wie schon gestern zu kurz kommt, ist das für mich kein Zustand, der mit Spaß zu vergleichen ist oder eine Lebensbereicherung darstellt.

Mein Verhalten dient lediglich dazu, nicht anfangen zu „müssen“, nicht über die Hürden nachdenken zu „müssen“, die mein Projekt – das ich als Künstler aber ja machen WILL – für mich bereithält, nicht über die Konsequenz nachdenken zu „müssen“, dass ich mich nicht genügend um meine Begabung gekümmert und die mir gegebenen Möglichkeiten so gut es geht ausgeschöpft habe. Mit den Ablenkungen tröste ich mich über den Schmerz des Beginnens mit dem nächsten Projektteil hinweg – und sogar des Nachdenkens über diesen Schmerz bzw. über das Projekt an sich. Ich verhalte mich genau wie ein Alkoholiker, bloß auf einer anderen Ebene. Damit entfremde ich mich von meinem eigentlichen Thema.

Natürlich ist mit ein Grund für dieses Geschehen mein Bedürfnis nach Freiheit. Niemand hat zu bestimmen, wie ich zu leben habe. Die Gesellschaft hat mir nicht zu sagen, es sei nötig, zum Beispiel produktiv zu sein. Meinetwegen mögen Konservative das als arrogante Künstler-Denke abtun. Dieser Punkt in dem Tabaash-Buch würde auch mich nicht unberührt lassen. Da fängt es ja schon mit der Pauschalisierung an. Es gibt unbestritten einen gewissen Prozentsatz an Menschen, die wunderbar durchs Leben kommen, ohne merklich produktiv zu sein. Dafür habe ich scheinbar nicht die richtigen Voraussetzungen. Dennoch gibt es solche Menschen und das beweist, dass generelle Aussagen in dieser Hinsicht falsch sind. Trotzdem bin ich im Leben immer nur durch Aktivität weitergekommen. Und rückblickend gibt es Szenen, aus denen ich gelernt haben sollte, weniger zu denken und mehr zu handeln.

Wenn ich im Flow bin, dann ist das nichts anderes, als dass ich in meinem Thema aktiv bin, egal in welcher Form. In der Regel handelt es sich um physische Aktivität, der dann beim Zubettgehen weiteres spannendes Nachdenken darüber folgt, bis ich einschlafe. Am nächsten Tag sind neue Ideen da und es geht weiter. Aber nur, wenn ich es schaffe, den Ablenkungen keinen Raum zu geben. Schaffe ich das nicht, weiß ich schon vorher, dass mir wieder mehrere verlorene Tage ins Haus stehen. Wenn es gut geht. Es wurden auch schon Wochen daraus. Denn das Verhältnis zwischen Ablenkung und konstruktiver Beschäftigung ist regelmäßig weit über jedes vernünftige Maß hinaus verschoben.

Eben ganz so wie bei einem Alkoholiker.

Ralf  (30.4.2016)

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Fußnoten

  1. Blair Styra (with Tabaash): Don′t Change the Channel – The Wisdom and Story of a Spiritual Channel and the Teachings of His Guide, Ozark Mountain Publishing 2014. (engl.)
    Tabaash ist eine von Blair Styra gechannelte Entität, die auch auf der Erde inkarniert hat.
  2. Hier die Seite der musikalischen Künstlerseele: LessLyrics.