Eine Glaubensfrage – mein Glaube ist: real
Ich habe jetzt von dem einen Autor die Enki-Enlil-Geschichte gelesen.1 Hört man sich all diese unterschiedlichen Geschichten und Versionen an, weiß ja auch keiner, was er glauben soll. Genau das ist es: Wem oder was schenke ich Glauben? Bei mir ist es grundsätzlich das Gefühl, das Empfinden, welches mir andeutet, was für mich relevant oder „richtig“ ist. Spannend, oder? Denn auf diese Weise kreiert ja jeder seine eigene Geschichte bzw. Sichtweise. In diesem Zusammenhang frage ich mich, ob es überhaupt so etwas gibt wie „Fakten“ -?! Sind nicht alles Interpretationen von bestimmten Ideen? Ich denke, genau so ist es. Und zu einer „greifbaren Idee oder Interpretation“, einer Geschichte, die einen starken Fokus hat, entsteht z.B. eine 3D-Ausformung, je mehr Bewußtseinsanteile2 sich der Idee anschließen.
Auf diese Weise kreieren wir das, was wir „Realität“ nennen bzw. empfinden wir die jeweilige Idee als Realität, der wir uns anschließen: „Es geschehe nach deinem Glauben.“ Und genau so ist es und wird es immer sein – mein Glaube bestimmt das, was ich als real empfinde, was relevant ist für mich. Ganz gleich, ob zum Beispiel in meinem Umfeld alle etwas anderes glauben und sich daher in einer jeweils anderen Realität befinden. Denn sobald ich mich für einen anderen Glaubenssatz entschließe und also einer bestimmten Idee folge, weil ich sie für „wahr“ halte, werde ich in diesem Zuge weiteren Bewußtseinsanteilen begegnen (bzw. solche wahrnehmen), die genau diesem Glaubenssatz ebenfalls folgen oder anhängen. Das nennen wir dann „Bestätigung“: Indem wir wahrnehmen, daß andere ähnliche Ideen oder Erfahrungen haben, fühlen wir uns bestätigt. Und erst mit einer solchen Bestätigung fühlen wir uns „im Recht“. Dieses innere Gefühl der Richtigkeit ist der Leitfaden für unsere Wahrnehmung und somit für unser Erleben.
Daher ist jede einzelne Idee oder Interpretation „richtig, gültig und relevant“. Jede; auch sämtliche Ideen, denen ich selbst nicht anhängen mag oder die ich sogar für grundlegend als „falsch oder verkehrt“ betrachte oder empfinde. Doch für unzählige andere sind eben jene Ideen relevant, denn sie setzen sich mit bestimmten Fragen auseinander, die energetisch mit jenen Ideen verbunden sind. – Ich denke zum Beispiel an all die unzähligen Verschwörungsgeschichten und deren Anhänger. Für all jene ist dies eine unbestrittene Realität. Zwar eine, in der sie sich ausnahmslos als Opfer fühlen, aber das spielt für den Realitätsglauben keine Rolle. Offenbar ist es sogar wichtig für all diese Menschen; denn dadurch, daß sie sich mit Hilfe einer Verschwörungstheorie als wehrloses Opfer fühlen, kann dies zu dem Bewußtsein führen, daß sie sich wehren wollen gegen diesen Zustand. Denn die Wahrnehmung als Opfer kann eine andere Haltung hervorbringen, getragen von dem Wunsch, diesen Zustand zu ändern. All die Verschwörungstheoretiker haben daher einen Standpunkt entwickelt, der sie dahin leiten kann, etwas zu ändern an diesem Zustand. Das ist doch gut.
Und so ist jeder einzelne Bewußtseinsanteil eingewoben in das eigene Ideengebilde. Ideen, die für wahr und real gehalten werden – ganz gleich, ob es mir mit diesen Ideen gut geht oder weniger gut. Aber es ist immer ein Sich-reiben, eine Auseinandersetzung, die peu à peu neue Erkenntnisse hervorbringt und daher sich stets wandelt und in diesem Zuge wiederum neue Ideen hervorbringt. – Es ist real, woran ich mich entscheide zu glauben.
Enki und Enlil zum Beispiel: Sie haben geholfen, eine bestimmte Bewußtseinsidee umzusetzen bzw. waren der physische Ausdruck einer bestimmten Bewußtseinsidee. Der Ausdruck einer Dualität erfordert für die Wahrnehmung zwei Personen; aber für mich sind es gleichrangige Aspekte des Bewußtseins, auch wenn sie so konträr erscheinen. Wir alle haben genau dies in uns: scheinbar unvereinbare Gegensätze. Doch das ist das Geheimnis der Einheit sozusagen: daß in der Einheit ein jedes seinen Platz hat – gleichrangig. Dies ist die grundlegende und quasi erschütternde Erkenntnis des Aufwachens. Eine Erkenntnis, die nicht gedacht, sondern nur erfahren werden kann.
Enki/Enlil waren jedenfalls Annunaki. Und womöglich waren sie es, die das Genprojekt, aus dem der Homo sapiens hervorging, durchgeführt haben. Andere waren hieran ebenfalls beteiligt und haben – linear gedacht – später noch weitere Änderungen vorgenommen.
„Die Hüter der Erde“ (oder in plejadischen Worten „Hüter der Lebendigen Bibliothek“), dies müssen die „schönen Menschen“ gewesen sein. Doch ich nehme an, recht weit zurück – vielleicht bis vor 350.000 Jahren, als „die Götter“ kamen bzw. ein neues Bewußtseinsprojekt gestartet wurde. Das Projekt mit den „Hütern der Erde“ war einfach ein anderes, vielleicht diejenige Zeit, die viele als die „lemurische Periode“3 bezeichnen. Vielleicht sind hier verschiedene Geschichten oder verschiedene Teilaspekte zu einer einzigen verknüpft worden; wie es ja so häufig geschieht über die Zeit. Da nur wenige Quellen oder Berichte verfügbar sind – und selbst diese teils schon fragmentiert oder verändert –, wird die Anstrengung unternommen, all diese Fragmente zu einem Ganzen, zu einem kohärenten Bild, zusammenzufügen. Doch wie bei einem Puzzle kann man eine Ecke nicht mit einem Teil aus der Mitte verbinden, und teilweise muß man davon ausgehen, daß manche Teile aus einem anderen Bild oder Puzzle stammen. Daher ergeben sich all die unzähligen Interpretationen des Quellenmaterials. Wie soll man Klarheit erlangen in solch einem Wirrwarr? Das geht einzig und allein, wenn man selbst sich in die jeweiligen Geschichten hineinversetzt und eigene – für einen selbst stimmige – Schlußfolgerungen zieht. Und das kann und wird sich für jeden ein wenig anders darstellen, je nachdem, auf welchen Glaubenssätzen das jeweilige Denken und Erleben/Wahrnehmen sich gründet.
Weshalb also soll es so wichtig sein, eine eigene Interpretation zu liefern, außer für die Relevanz, die es für mich, für denjenigen, der sich auf seine Weise mit der Welt auseinandersetzt, hat? Es kann ja nicht das Anliegen sein, „möglichst viele Anhänger“ für die eigene Interpretation zu gewinnen! Dieser Aspekt bedeutet doch lediglich, daß ich weitere „Mitstreiter“ möchte, um ein bestimmtes Szenario auszuleben, jene Bestätigung, von der ich vorhin sprach. Doch was nützt mir das, wenn es doch am relevantesten von Allem ist, letztlich die eigene Wahrnehmung für wahr zu halten? Und zwar vollkommen unabhängig davon, was ein anderer glauben oder denken mag! Dies scheint die schwierigste Aufgabe wohl überhaupt zu sein. Es zeigt, wie sehr wir uns doch als ein Organismus, als ein Gruppenverband fühlen. Denn je größer eine Idee oder ein Projekt ist, das ich umsetzen möchte, desto mehr Einzelaspekte müssen integriert werden. Und diese Einzelaspekte sind jene Vielzahl von auch teilweise konträren Ideen und Ansichten. An dieser Stelle landet man bei einer Grundwahrheit: Erst, wenn ich selbst eins und also einig bin mit meiner eigenen Idee und meiner eigenen Wahrnehmung, kann ich erkennen und also annehmen (es zulassen), daß sämtliche anderen Aspekte und Ideen genauso relevant sind wie die eigene; ich muß sie dann nicht mehr bekämpfen.
Ich bleibe immer und immer an derselben Frage hängen: Wieso soll ich der Welt „offiziell“ eine weitere Sichtweise hinzufügen, wenn doch sowieso schon alles aus den Nähten platzt von ungezählten Sichtweisen? Mehr als ein Denkanstoß kann es nicht sein, und keinesfalls kann es darum gehen, Leute bzw. Bewußtseinsanteile „auf die eigene Seite“ zu bringen. Was man erreicht, ist lediglich eine weitere Idee, die zur Vielzahl der Möglichkeiten und – wie ich meine – der Verwirrung beiträgt. Ich bin mir sicher, es existieren mehr als genügend Interpretationen für jeden, um irgendwo andocken zu können. Zwar bin ich genauso und beschäftige mich gern mit verschiedenen Ideen, aber letztlich zählt, daß man quasi genau hiermit aufhört und anfängt, die eigene Wahrheit zu leben und sich mit ihr zu verbinden und meinem eigenen Empfinden zu trauen.
Eine „neue“ oder andere, veränderte Welt gründet sich jeweils auf einer neuen Philosophie, auf „neu“ errungenen oder erworbenen Glaubenssätzen, die nun eine „neue“ Wahrheit begründen. Von daher kann man sagen: Eine (neue) Philosophie gründet eine neue Welt bzw. Weltanschauung, auf deren Grundlage andere Ideen ausprobiert oder gelebt werden. Weshalb sollte ich denn wollen, daß z.B. andere meiner Philosophie folgen, meine Idee bereichern oder unterstützen? Ich habe keinen Einfluß darauf, ob jemand lieber dem Nachrichtensprecher folgt, den Eltern, Nachbarn oder sonstjemandem. Es ist nicht wirklich möglich den Leuten beizubringen, daß das einzige, was zählt und wahrhaft relevant ist, der Glaube ist und folglich die Erkenntnis der Ausrichtung der eigenen Wahrheit. Jemand liest diese Zeilen, nickt und sagt: „Oh ja, das stimmt“ – setzt sich hin und sucht weiteren Input und wartet weiterhin, daß sich irgendetwas für ihn verändern möge.
Aber habe ich nicht selbst durch die Sichtweisen anderer (Abraham, Castaneda, McKenna etc.) Führung erhalten? Ich denke häufig, daß dies überhaupt nur möglich war, weil ich bereits wußte, „wo ich hinwill“. Aber genau das ist ja die Crux: Anstatt ins Leben hineinzuspringen, suche ich Bestätigung, eben weil ich meiner eigenen Wahrnehmung wieder nicht vertraut habe! Also finde ich: tolle Übungen und Anleitungen, die ich nicht mache, weil ich ja weiß, wie irrelevant sie letztlich sind. Denn solange ich dem Glauben unterliege, ich müsse „irgendwohin“ gelangen, glaube ich, es sei nicht richtig, wo ich grad bin oder wer ich grad vorgebe zu sein. Weitere Interpretationen führen daher nirgendwohin, sondern lenken mich weiterhin davon ab, mein Hier+Jetzt-Leben zu leben.
In diesem Zusammenhang ist es doch interessant zu sehen, wie irrelevant für unser heutiges Leben all die alten Philosophien sind – sie haben sich überlebt. Sie waren der Ausdruck einer bestimmten Zeit, eine Widerspiegelung. Es sind Spielereien und Gedankenkonstrukte, sich mit all den alten Ideen zu beschäftigen, denn was macht man damit? Man vergleicht sie mit dem, was Heute ist und mit den eigenen heutigen Gedanken und Ideen. Man versucht also Relevanz aus etwas zu ziehen, das für Heute keinen Bezug mehr liefert. Wäre es anders, jeder würde sich auf all die alten Philosophen stürzen. Aber das Leben, der eigene Ausdruck findet nicht statt auf dem Papier. Immer wird versucht, über das Vergleichen von einem Gestern zu einem Heute Anhaltspunkte zu finden für ein „besseres Leben“, ein erfüllteres. In der Annahme, daß man lediglich irgendwelche Ideen, Übungen oder Vorgehensweisen übernehmen könnte und schwupp, ist alles bella und wundervoll. Solange ich auf diese Weise denke oder vorgehe, wird mir das nichts nützen, wird es mir nicht eine größere Lebendigkeit oder ein Hier+Jetzt-Gefühl verschaffen, denn ich folge ja dann nicht meinem eigenen Drang, mich auszudrücken, sondern versuche, eines anderen Wahrheit oder Wahrnehmung zu leben oder zu kopieren. Das funktioniert aber nicht. Denn würde dies funktionieren, hätten wir das Aufwachen längst gemeistert.
Es gibt bereits ungezählte Beispiele von Leuten, die genau dasselbe „predigen“. Doch nur du selbst kannst deine eigene Wahrheit leben; was bedeutet: deiner eigenen Wahrnehmung und deinem eigenen Empfinden 1.) zu vertrauen und 2.) zu folgen. Da ist sonst nichts! Alles andere sind Spielereien und Gedankenkonstrukte, die nicht relevant sind für den Ausdruck deines eigenen Lebens. Niemand kann dies ersetzen oder tun für dich.
Hinzu kommt ja auch noch unsere eingewurzelte Autoritätshörigkeit: Spricht mich eine Idee besonders an, sitzen wir sofort zu Füßen des Predigers. Es ist eine Behinderung im eigenen Fortkommen, nicht eine Bereicherung. Zudem nimmt man jedes Wort des neuen „Gurus“ für bare Münze und ja: vergleicht. Was zur Folge hat, daß ich mich permanent schimpfe, weil ich nun in meinem eigenen Kopf einen ewigen Wettstreit ausgelöst habe: Jener ist „richtig“, aber ich mache oder denke etwas anderes, also bin ich „falsch“. Erst wenn ich so denke oder handele wie jener, werde ich Weisheit erlangen, aufgewacht sein, glücklich – whatever.
Man könnte fast sagen, all diese Gurus oder Prediger seien Gift für uns. Denn letztlich verkörpern sie lediglich eine weitere Idee, eine weitere Ansicht; doch woher will ich wissen, daß diese zuträglicher ist für mich als eine andere Idee oder etwas, woran ich zuvor geglaubt habe? Da hast du′s: Ich kann es unmöglich wissen, solange wie ich nicht ins eigene Leben springe, selber denke, alles überprüfe für mich, alles hinterfrage und meine eigenen Schlüsse ziehe.
(Spax 17.2.15)
Fußnoten
- The Wes Penre Papers, A Journey Through the Multiverse, The Second Level of Learning, 14.12.2012; (wespenre.com), besucht im Februar 2015.
- Gemeint sind „persönliche Bewußtseinsanteile“, „Seelen“.
- Le-Mu-rianer – diejenigen, die in Mu leben.














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