Die Geburt des Ego
Aah, das ist ein gutes Video, welches ich gestern gesehen habe von Ocyphius1 über die Entstehung des Ego.2 Physicality – es ist schon etwas Besonderes. Ocyphius erzählt vom Fallen, vom endlosen Fallen durch das Ewige Nichts – dies wäre der erste Eindruck gewesen nach dem „Beschluß“, eine Getrenntheit von Allem-was-Ist erleben zu wollen.
Ocyphius hat ein wenig beschrieben, wie zunächst die „Materie“ fokussiert wurde – sozusagen als ein Anhalt gegen das endlose Fallen durch das Nichts. Oh ja, diese Erfahrung – das Fallen – ist sehr tief in uns eingegraben. Und durch den Wunsch, daß dies aufhöre, suchte der „Ich-Fokus“ einen Anhaltspunkt, woraus dann die Materie entstand. Diesen Ich-Fokus beschreibt Ocyphius als das Ego: It hangs on for dear life.3 Genau so ist es. Und es hat sich deshalb an die Materie geklammert bzw. an die Vorstellung von „Etwas“, weil sonst nichts da war. Dieses Szenario zeigt sehr gut, weshalb das Ego sich so vehement an die Materie klammert, denn das Materielle wird vom Ego mit „Leben“ gleichgesetzt. Es verdeutlich weiterhin, weshalb wir in unserem Wesenskern solch eine Furcht haben vorm Aufwachen, denn das Aufwachen löst sich wieder von dem Fokus auf die Materie und unser Ego, unser innerster Seins-Kern – unsere Ichheit – bekommt Furcht, wieder jenem endlosen Fall ausgesetzt zu sein. Alles in uns wehrt sich dagegen.
Ocyphius beschreibt, wie zunächst nur ein Gefühl, ein Empfinden von „Etwas“ da war, worauf das Ich seinen Fokus richtete, ein Empfinden von „Masse“ – ungerichtet, noch in nichts spezifisches ausgeformt. Und mit der Zeit wurde diese Masse ein wenig „separiert“ und das, was wir „Raum“ nennen, wurde hierdurch erschaffen. Einige Äonen wurde dann mit diesem neuen Masse-und-Raum-Zustand experimentiert. Eine atemberaubende Neuerung sei – wiederum Äonen später – die „Erfindung der Zeit“ gewesen, die es ermöglichte, immer noch weitere Details zu erforschen. Ja, das kann ich mir sehr gut vorstellen, daß dies eine völlig abgefahrene Komponente ist, wo doch im Ewigen Jetzt alles zeitgleich ist. Ocyphius sagt, unser Denken könne diese Prozesse noch nicht wirklich erfassen, da hat er sicherlich recht.
Dennoch stünden wir auch in unserem Fokus auf die Physis nach wie vor im stetigen Austausch mit Allem-was-Ist oder jenen Bewußtseinsbereichen, die stets im „göttlichen Einheits-Modus“ existieren. Jede einzelne Bewegung oder Geistesregung hat eine Wechselwirkung mit dem Großen Ganzen – es kann ja auch garnicht anders sein, denn wir bestehen daraus, bestehen aus dieser Energie.
Vor der Ausbildung der Materie sei zunächst sei nur das Empfinden einer Getrenntheit dagewesen, weil dies die ursprüngliche Idee war, so nach dem Motto: „Hey, wir sind Götter, auf ewig – gibt es eine Möglichkeit zu erfahren, wie es wäre, sich nicht als göttlich und ewig zu fühlen -?“ Die Idee des Getrenntseins war geboren und wurde somit umgesetzt, denn im Ewigen Jetzt geschieht Manifestation instantly: im Moment des auftretenden Gedankens. Und jene Ideen- bzw. Bewußtseinspartikel, die sich in diese Vorstellung hineinfokussierten, erlebten diese Sichtweise dann als „Fallen durch ein Nichts“.
Doch auch in diesem Zusammenhang „wußten“ diese Bewußtseinspartikel immer noch, daß ihr Ursprung ein göttlicher war. Erst als dann das „Vergessen“ hinzukam, das Vergessen des eigenen Ursprungs, des eigenen Seins im Großen+Ganzen, trat der „materielle Fokus“ mehr und mehr in den Vordergrund und all unsere Vorstellungen von Leben und Lebendigsein waren nun mit dem Physischen verknüpft. – Welch eine großartige Erfahrung! Denn auf andere Weise ist es vermutlich nicht möglich, sich in eine Illusion hineinzufühlen und diese dann als Absolutum und „einzige Realität“ zu empfinden. Es ist, als würde ich ein Bild betrachten und ließe mich zu hundert Prozent (!) in das Betrachtete hineinziehen, bis ich komplett vergessen habe, daß meine „ursprüngliche Persönlichkeit“ irgendwo „da draußen“ steht und sich ein Bild betrachtet. Dies ist eine gute Analogie für das, was wir hier treiben bewußtseinstechnisch.
Durch diesen speziellen Erlebensfokus des Physischen und auch des „Quasi-Physischen“ (4D) werden infolge der stetigen Wechselwirkung mit dem Gesamtbewußtsein (die „Außenperson“, die das Bild betrachtet) beide Seiten stets bereichert und zu weiteren Ideen angeregt. Ocyphius sagt, durch diese Art des physischen oder „Getrenntheits“-Fokusses würden sämtliche Existenzen, weiteren Dinge, Ansichten, Ideen, ETs etc. stets erweitert sowie überhaupt erschaffen. Denn erst durch die Idee des Getrenntseins entsteht jenes Spannungsfeld zwischen „Hier“ und „Dort“ (vor dem Bild oder „im Bild“). Dieser spezielle Austausch in dem Spannungsfeld erzeugt stets neue Ideen, Anregungen, Herausforderungen. Was hiermit geschaffen wurde, ist ein vollkommen neues Erlebensfeld, mit vollkommen neuen Erfahrungs- und Ausdrucksmöglichkeiten.
Das Aufwachen verbindet uns wieder mit dem Wissen um unsere „Gesamtheit“: das Erkennen, daß jene Figur oder jener Bewußtseinsaspekt, welcher „im Bild“ das Bild-Szenario erlebt, lediglich ein Fokus ist meines „eigentlichen“ Ich, eines „umfassenderen Ich“, welches vor diesem Bild steht und sich in die Szenerie vertieft hat. Zeitgleich geht hiermit das Wissen einher, daß selbst jener Bildbetrachter (Higher Self) ebenfalls ein fokussierter Aspekt eines noch Größeren ist.
Ich meine, erst an dieser Stelle hat man eigentlich eine Wahl: Möchte ich weiterhin mich in den physischen Bereichen ausdrücken und Erfahrungen sammeln oder wende ich meinen Fokus ab von diesem 3D-Bild, um andere Bereiche zu erkunden? Die in 3D fokussierte „Teilpersönlichkeit“ hat nicht wirklich diese Wahl, solange sie diese Erkenntnis nicht besitzt; ihre Wahlmöglichkeiten beschränken sich ausschließlich auf die physischen Gegebenheiten, inklusive derjenigen, sich herauszuziehen aus diesem Erfahrungsbereich („sterben“). Daher kann man sagen, daß der Tod ebenfalls immer eine Wahl ist – ob bewußt oder unbewußt getroffen. Personen mit einem aufgewachten Fokus ist es mitunter möglich, sich allein durch den Wechsel des Fokusses zu transformieren: zunächst mit dem Fokus auf jene „Außenpersönlichkeit“ und dem das Erkennen des Higher Self als Erfahrung. Wenn eine derart transformierte Persönlichkeit sich voll und ganz mit dem Higher Self verbinden kann, hat sie die Möglichkeit, den Blick von jenem faszinierenden Bild abzuwenden und auf andere Bereiche zu lenken, die dem Higher Self möglicherweise ebenfalls vollkommen unbekannt sind.
An diesem Transformations-Punkt ist erneut die Furcht des Ego zu spüren, welches ja gelernt hat, Materie mit „Leben“, mit „Lebendigkeit“ gleichzusetzen, und die Ur-Angst des „Fallens durch das endlose Nichts“ regt sich wieder. Diese Analogie verdeutlicht, wie extrem stark unser Fokus ist auf materielle Welten, Vorstellungen oder Ausformungen, denn diese geben unserem inneren Kernempfinden, unserem Ich, einen Halt. Es verdeutlicht weiterhin, daß es auch mit der Aufwach-Erfahrung weitere ungezählte Möglichkeiten des physischen Ausdrucks und des Fokussierens gibt – und geben muß; denn diese Grundangst unseres Kernselbst verfestigt die Tendenz, sich auch weiterhin auf Physisches zu fokussieren.
Da dies dem Higher Self bewußt ist,4 ist es eine logische Folge, daß die allermeisten Seelen bzw. persönlichen Bewußtseine sich nach dem Tod für eine weitere Runde 3D entscheiden, da erkannt wird, daß die 3D-Persönlichkeit das bewußte Aufwachen noch nicht gemeistert hat. Der 3D-Fokus ist eine unglaublich faszinierende Herausforderung, ein Knackpunkt für Erkenntniserweiterung, könnte man sagen – insbesondere bezogen auf Erlebens- und Entwicklungsmöglichkeiten sowie Erkenntnisfähigkeit des Ego. Deshalb entscheiden wir uns für dieses faszinierende Spiel wieder und wieder und wieder. Auch kann das Ego vielleicht gar nicht anders, denn auch als Higher Self bildet es den inneren Ich-Kern und ist daher kaum oder nur schwer in der Lage, den Fokus von jenem 3D-Bild zu nehmen.
Möglicherweise ist dies der Grund, weshalb viele Aufgewachte diesen Fokus noch längere Zeit beibehalten, häufig noch viele viele weitere Leben lang. Denn erst, wenn das „innere Ego/Ich“ sich über unzählige Erfahrungen hinweg soweit mit anderen Seinszuständen vertraut gemacht hat – insbesondere über das luzide Träumen –, wird es irgendwann den Mut entwickeln, auch freiwillig wieder in jenes „Nichts“ zu springen; denn mittlerweile hat es genügend Wissen und Erfahrungen über die größeren Seins-Zusammenhänge gesammelt, um zu wissen, daß es niemals wirklich „im Nichts“ aufgeht oder tatsächlich ausgelöscht werden kann.
Es ist faszinierend, wie extrem stark diese inneren Gegebenheiten und Prozesse uns antreiben. Wie wenig wir doch hierüber wissen. Aber es ist in jeder Faser zu spüren – in einem Song über „Falling“, in einem Gedicht über die Sehnsucht, in einem Roman über die Liebe… Tief innerlich durchziehen diese Gegebenheiten unser gesamtes physisches Leben.
(Spax 11.6.15)
Fußnoten
- Ocyphius ist eine von Roxie gechannelte Wesenheit.
- Ocyphius: The Birth of the Ego
- (engl.): Es krallt sich mit allem, was es hat ans Leben.
- Das Higher Self gehört ebenfalls zu meiner Ich-Struktur, hat aber einen größeren „Radius“ bzw. Überblick.














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