Hinnehmen oder Annehmen?

4. Mai 2020 at 22:12

Krass, weshalb ich nicht weiter dagegen vorgegangen bin, daß jener Deutsch-Referendar damals meine Klassenarbeit verschlampt hatte! Weshalb habe ich da weiter nichts unternommen?? Sehr seltsam. Weil ich auch innerlich so ein Schaf bin, das immer tut, was andere sagen. Das erwartet, bestraft und geschlagen zu werden. Vielleicht ist dies ebenfalls ein Ausdruck, weshalb letztlich häufiger Fehler vorkommen bei meinen Lieferungen, das ist doch echt seltsam. Oder meine Fuß- und Zahngeschichten. Sie hinterlassen mich ähnlich „hilflos“ oder auf einer tieferen Ebene mit einem schlechten Gewissen! Denn wenn ich krank bin, ist etwas in mir aus dem Gleichgewicht geraten.

Es ist auch das Thema, meiner Lebenskraft Ausdruck zu verleihen. Aber ich habe offenbar vollkommen vergessen, wie sich das anfühlt, oder wie sie sich ausdrücken will. Ich bin immer nur befaßt mit meinen „Sollte-Dingen“ – auch spirituell. Immer die Frage, was ich denn tun sollte, was denn wohl „richtig“ wäre – anstatt einfach meinen Impulsen zu folgen und es damit gut sein zu lassen. Da ist etwas so vehement „ausschließlich“ in mir: nur das eine oder das andere sei „richtig“; und alles, was in dieses Konzept nicht hineinpaßt, wird verworfen und als „Störfaktor“ deklariert. Und das zeigt mir doch, daß ich mich voll im „dualen Modus“ befinde, den es doch zu transformieren gilt. Denn im „transformierten“ Modus“ steht alles gleichberechtigt nebeneinander.

Was ist denn „meine Linie“? Gibt es so etwas überhaupt? Gehört denn nicht alles zu meinem Leben, was mir begegnet?

Nicht etwas hin-nehmen“, sondern freudig an-nehmen! Das ist ein feiner Unterschied – denn ersteres ist das passive Schaf, das alles über sich ergehen läßt. Das Annehmen jedoch ist ein „aktives“ Willkommenheißen von Dingen, die ich wahrnehme; die meine Meinungsstruktur vielleicht nicht so toll findet, aber ich mich innerlich öffne und es als Teil von mir willkommen heiße.

  • Das Hinnehmen gehört in die Kategorie „Leiden“, das Annehmen ist mehr mit bewußten Prozessen verbunden.
  • Dem Annehmen liegt eine Art Entscheidung zugrunde, dem Hinnehmen nicht.
  • Das Annehmen macht mich zu einem aktiven Teil meiner Welt, mit dem Hinnehmen werde ich zu einem Spielball meines Umfeldes.
  • Im Annehmen ist eine Komponente der aktiven, wahrnehmenden Akzeptanz. Das passive Hinnehmen beinhaltet Widerstände und das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden.
  • Beim Annehmen bin ich mit meinen Energieströmen verbunden, das Hinnehmen ist ein eher passives Erdulden, mit der inneren Einstellung, ein Opfer zu sein.

Das ist ein superschmaler Grat zwischen diesen beiden inneren Haltungen, aber ein entscheidender Unterschied!

(Spax  4.5.20)

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