Vorwärts – marsch marsch

21. Mai 2014 at 15:21

Hängematte-1_hammock-163647_1280Bin un­zu­frie­den mit mir sel­ber. Wun­de­re mich, wie­so sich nichts er­le­digt von al­lei­ne – aber wie denn auch –? An­fan­gen an ir­gend­ei­nem Zip­fel.

Als ich vor­hin im Bet­ti lag, dach­te ich mir: „Ich be­woh­ne mei­nen Körper gar nicht“ – als würde mein Be­wußtsein um ihn her­um schwe­ben, ihn aber nicht en­tern. Und so ist das doch: Wenn ich wie­der an­fan­ge, mit mei­nem Körper zu le­ben und mich mehr mit ihm ver­bin­de (in­dem ich tu′), so fühle ich mich doch auch gleich mehr le­ben­dig. Mei­ne Be­we­gung zur Übung ma­chen und zu ei­nem Au­to­ma­tis­mus. Nimm das Trep­pe­put­zen zum Bei­spiel: Ich hätte 10 Mi­nu­ten dafür ge­braucht und es wär aus dem Hirn! Jetzt sitz ich hier und den­ke im­mer noch dar­an. Oder Pa­pis Steu­er oder oder oder. Mal in Ak­ti­on kom­men!

Wenn ich nicht agie­re, ver­fliegt mein Le­ben im Flug. Und wenn ich nicht me­di­tie­re, ver­fliegt das Ver­bin­dungs-Gefühl. Man kann sein Le­ben qua­si voll ver­gam­meln. Das ist voll okay, so oder so, doch we­sent­lich ist, daß ich es ge­nieße. Und wenn ich das so nicht ge­nießen kann, ist es bes­ser, mich ein­fach in Ak­ti­on zu stürzen. Ich bin recht dumm, wenn ich das nicht ma­che. Ich kann nicht ewig ab­war­ten, bis ir­gen­det­was „pas­siert“. Ich muß sel­ber pas­sie­ren. So vie­le Chan­cen und Möglich­kei­ten. So­gar mein Pro­jekt für die Ju­gend­li­chen. Aber wie weit ist das nun fort als An­trieb? Ich kann mich nicht zie­hen las­sen, wenn ich nicht selbst einen Im­puls auch set­ze, ei­ne Ent­schlos­sen­heit.

Mein Körper ist wie ein Boot und mein Be­wußtsein ist der Ka­pitän. Mein All­tags­be­wußt-sein ist so­zu­sa­gen die Mann­schaft. Wenn der Ka­pitän kei­ne An­wei­sun­gen gibt für sei­ne Mann­schaft, die nur dar­auf war­tet, los­zu­le­gen, dümpelt das Schiff vor sich hin und dreht sich um sich selbst; es hat kein Ziel, nimmt kei­ne Fahrt auf. Ich ver­nachlässi­ge al­so mei­ne Mann­schaft und da­mit auch das Schiff. Und seit Jah­ren knab­be­re ich an die­sem sel­ben Punkt. Und bloß darüber schrei­ben hilft ja nicht wei­ter. Mein Schiff in Be­sitz neh­men. Wie gut sich das anfühlt, wenn ich Din­ge er­le­digt ha­be! Es ist wirk­lich dies, seit Jah­ren. Und es macht mich ja auch nicht zu­frie­den, wenn ich „nur“ schrei­be. Mich ein­klin­ken in die Welt. Ich bin in­ner­lich so oder so „aus­ge­klinkt“, dar­an wird sich nichts ändern. Mein Haupt­wi­der­stand ist der, daß ich mich gar­nicht erst ein­las­se, als würd ich mir die Fin­ger ver­bren­nen. Ich ha­be Furcht, mich selbst in dem Phy­si­schen wie­der zu ver­lie­ren, aber es ist dies mein Le­ben und mein Fo­kus. Al­so kann ich es auch aus­rei­zen!

Die­sen klei­nen Vorwärts-Im­puls ak­ti­vie­ren, die­se klei­ne Ent­schlos­sen­heit. Und: Für mich ist es auch gut, mit an­de­ren et­was zu ma­chen, das fühlt sich auch le­ben­dig an. Es ist für mich im­mer das­sel­be: Setz dich in Be­we­gung. Und in der Be­we­gung bin ich ver­bun­den mit mei­nem Körper.

(Spax 21.5.14)

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