Voraussagen

3. April 2016 at 23:17

Kugel-bunt_SNIP_geraltSerafim1 sagt dasselbe über das Sehen wie so viele andere: Man sieht zwar in der „Bewußtseinsschau“ vielleicht alles mögliche, aber verstehen tut man davon nur die Hälfte, nein eher maximal ein Viertel, wenn überhaupt. Das war mit ein Grund, weshalb ich diese Schau vordergründig eingestellt habe, eben weil es risky ist, aufgrund von Annahmen zu leben, die sich vielleicht nie bewahrheiten oder schlimmer noch, sich dann als falsch herausstellen, weil etwas anderes dahintersteckte als ich angenommen hatte. Und nochmal schlimmer, wenn man möglicherweise anderen auch noch erzählt davon. Man kann immer falsch liegen. Daher ist es so überaus weise, zu all diesen Voraussagungsgeschichten die Klappe zu halten.

So ist das, wenn man sieht: Man weiß immer, daß es auch anders sein kann. Und irgendwann weiß man,

  • daß man sich „den Film“ einer bestimmten Timeline bzw. Energielinie anschaut und zeitgleich jedwede andere Möglichkeit existiert;
  • daß man jederzeit die Sicht auf eine andere Energielinie lenken kann;
  • daß alles, was man „sieht“ stets der eigene Fokus ist.

Ändere ich meine Sichtweise, so ändere ich die Richtung, die Energielinie, auf der ich mich bewege. Es ist wie ein Straßennetz: Da gibt es Autobahnen, die beispielsweise die Richtungen von Kollektiven anzeigen (z.B. der Menschheit); doch selbst hier gibt es viele verschiedene Wege, die auch ein Kollektiv einschlagen kann. Jede Strömung, jede Möglichkeit, bildet eine Energielinie, und sie existieren alle zeitgleich. Bundesstraßen könnten Richtungen und Möglichkeiten kleinerer Kollektive repräsentieren wie z.B. Staaten, kleinere Landstraßen jene von Städten und Orten – bis hin zu Gassen und Gäßchen, die eine einzelne Persönlichkeit zum Gesamtbild beiträgt. Und wenn ich sehen will, wohin eine Persönlichkeit sich entwickelt, muß ich das gesamte riesige Netz an Möglichkeiten im Blick haben können.

Doch zumeist ist dies nicht allzu schwierig, weil ja jede Persönlichkeit auf einer Energielinie sich fortbewegt, die sie insgesamt für sich erwählt hat. Und es ist fast sogut wie unmöglich, diese zu verlassen. Von daher hat Serafim vermutlich sehen können, daß Socrates sich selbst auch zu einem Weisen entwickeln würde. Zwar trifft man in jedem Augenblick irgendwelche Entscheidungen, aber in der Regel kann man seine Grundrichtung nicht verändern, weil man seine eigene Kernschwingung nicht verändern kann. Von daher kann man im Allgemeinen sehen, wohin sich ggf. jemand entwickelt, aber eben nicht, welche Wege und Pfade jemand im einzelnen einschlägt.

Alles äußerst vage…

(Spax  3.4.16)

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Fußnoten

  1. Serafim war einer der Lehrer von „Socrates“, dem spirituellen Lehrer von Dan Millman. Einen Teil der Lebensgeschichte von Socrates erzählt Millman in dem Buch The Journeys of Socrates, HarperOne 2005 [2006] (engl.). [Dt. Ausgabe z.B.: Dan Millman, Socrates – Der friedvolle Krieger, Heyne 2007.]