Traum-Erleben

10. Juni 2015 at 23:10

Traumdeutung_SNIP-2Ah, ich ha­be ge­träumt; von bar­fuß Fahr­rad fah­ren, ei­nem Trupp Po­len oder Rus­sen, Kro­ko­di­len und A. S., die für ih­re Oma die Küche ge­stri­chen hat. Al­le Sze­nen wa­ren in­spi­riert von Ge­sprächs­fet­zen oder Ein­drücken, die ich ges­tern hat­te. Schnip­sel aus mei­nem Tag neh­me ich al­so mit „hinüber“ und ba­cke sie dann in mei­nem Be­wußtsein zu et­was Neu­em zu­sam­men. Das ist doch in­ter­essant, oder?! Weil hier­durch se­he ich deut­lich, daß wirk­lich nichts, aber auch gar­nichts „in Stein ge­meißelt“ oder gar „Schick­sal“ wäre: Ich ha­be mein ge­sam­tes Er­le­ben stets in der ei­ge­nen Hand. Wäre ich auf­merk­sa­mer, wor­auf ich mei­ne Auf­merk­sam­keit len­ke, so würde ich be­wußter mei­ne ei­ge­nen Er­fah­run­gen wählen und be­wußt mei­ne Marsch­rich­tung vor­ge­ben.

Das hat­te ich ja früher schon fest­ge­stellt, als ich mich schwer­punktmäßig mit Träum­en aus­ein­an­der­ge­setzt und sie be­ob­ach­tet ha­be: Das Träum­en ist ei­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on mit un­se­rem Be­wußtsein bzw. des­sen un­ter­schied­li­chen Tei­len, in wel­che wir es auf­ge­split­tet ha­ben. Ich ge­be et­was in mein „Un­ter­be­wußtsein“, wel­ches „be­wußt“ ver­knüpft ist mit dem Un­be­wußten und ein Tor zu al­len Be­rei­chen von Al­les-was-Ist, al­len Be­wußtseins­be­rei­chen. Das Un­ter­be­wußtsein hat qua­si ei­ne Mitt­ler­funk­ti­on zwi­schen un­se­rem All­tags-3D-Er­le­ben und dem uni­ver­sel­len Mul­ti-D-Er­le­ben. Es ist hier­mit ei­ne Schalt­stel­le, in der die Schwin­gun­gen je­weils an­ge­gli­chen wer­den; denn im Träum­en, wenn dem Be­wußtsein kei­ne Fes­seln mehr an­lie­gen, ist die­ses über­all un­ter­wegs und in un­gezähl­ten „Di­men­sio­nen“ oder Dich­ten zu­gleich, denn im Ge­samt­be­wußtsein gibt es kei­ne Zeit, da­her auch kei­ne Li­nea­rität, son­dern nur das Ewi­ge Jetzt.

Es ist die Funk­ti­on die­ser Schalt­stel­le, je­weils die Schwin­gung mit je­nem Teil un­se­res Be­wußtseins an­zu­pas­sen, der mit die­sem ak­tu­el­len 3D-Le­ben be­faßt ist. Ob ich nun mit ei­nem Be­wußtseinsa­spekt, der den um­fas­sen­de­ren Über­blick hat, mich von Mul­ti-D wie­der in die 3D-Rea­lität fo­kus­sie­re oder an­ders her­um un­ser be­grenz­tes 3D-Selbst sich los­bin­det im Schlaf und in die schnel­le­ren Schwin­gun­gen von Mul­ti-D ein­taucht: das Un­ter­be­wußtsein ist die Schalt­stel­le oder zu­min­dest ein Teil je­nes Me­cha­nis­mus­ses, der die­sen Wech­sel im Fo­kus und in den Schwin­gun­gen ermöglicht. Zu die­ser Auf­ga­be gehört es eben­so, mei­ne Mul­ti-D-Er­leb­nis­se her­un­ter­zu­bre­chen auf mei­ne ein­ge­schränk­te 3D-Wahr­neh­mung. Aus die­sem Grund er­schei­nen uns un­se­re Träume oft so wirr und zu­sam­men­hangs­los, eben weil sich die meis­ten Mul­ti-D-Er­leb­nis­se ein­fach nicht nach 3D übert­ra­gen las­sen. Da­her ist die Wahr­neh­mung von Gefühlen oder As­so­zia­tio­nen bei ei­ner Traum­deu­tung we­sent­lich re­le­van­ter als ir­gend­wel­che Bil­der, die ich se­he oder Wor­te, die ich höre.

Im Mo­ment fra­ge ich mich, wes­halb wir uns im­mer fra­gen: Was hat die­ser Traum zu be­deu­ten? Was will er mir sa­gen? An­statt da­von aus­zu­ge­hen, daß wir mit un­se­ren um­fas­sen­de­ren Be­wußtseinsa­spek­ten in ei­nem per­ma­nen­ten Aus­tausch ste­hen – wir sind ja nicht ge­trennt von „uns selbst“! Was al­so soll in die­ser Kom­mu­ni­ka­ti­on vor­kom­men, wenn nicht all je­ne Tei­le, die mich hier täglich beschäfti­gen? Die­se wer­den aus­ge­wer­tet im größeren Zu­sam­men­hang (im Träum­en), es wer­den dort zahl­rei­che Wahr­schein­lich­kei­ten aus­pro­biert oder beäugt und uns die Er­geb­nis­se im Mul­ti-D-For­mat zurück­ge­mel­det. Bzw. ist es ja be­reits mein Er­le­ben in Mul­ti-D, es sind mei­ne ei­ge­nen For­schun­gen, Be­geg­nun­gen, Er­kennt­nis­se, die ich durch mein Träum­en ge­win­ne.

Mit all die­sem neu­en Wis­sen ge­lan­ge ich dann wie­der nach 3D und in mei­nen be­wußtseinsmäßig „auf­ge­split­te­ten“ 3D-Körper. Es blei­ben vor­nehm­lich all je­ne the­ma­ti­schen Din­ge präsent, mit de­nen sich die­ses 3D-Be­wußtsein, die­se Per­son be­faßt – da wird nicht un­ter­schie­den, ob es „Ne­ben­ein­drücke“ sind oder Din­ge, dir mir ex­or­bi­tant wich­tig er­schei­nen. Al­les, wo­mit ich mei­ne Wahr­neh­mung fütte­re, wird „pro­zes­siert“ und dann durch den Traum-Fil­ter wie­der zurück­ge­spie­gelt. Al­les. Und wir ver­ste­hen dann un­se­re ei­ge­nen Bil­der nicht mehr, weil wir in 3D eben Mul­ti-D nicht ver­ste­hen können mit dem Ver­stand, auf dem wir hier al­les gründen.

Indianerleben_SNIP

Ver­mut­lich ha­ben des­halb frühe­re Kul­tu­ren so präzi­se über die Welt Be­scheid ge­wußt: Sie sind be­wußt ge­reist im As­tra­len, sie ha­ben sich be­wußt vor­her in­for­miert, wenn sie ir­gend­wo­hin ge­gan­gen sind, ha­ben sich die Sze­na­ri­en, die sie vor­fin­den an­ge­schaut; ha­ben ver­mut­lich auch über die­sen „Se­her-Ka­nal“ an­de­re Ge­sell­schaf­ten oder Ge­mein­den in­for­miert über ihr Kom­men und ih­re Ab­sich­ten, ha­ben ih­re Vor­ha­ben auf die­ser Ebe­ne be­reits mit den an­de­ren Stämmen be­spro­chen. Das war al­les ganz natürlich. Und aus die­sen Be­rei­chen be­zo­gen sie eben­falls ihr Wis­sen über sol­che Din­ge wie z.B. die See­fahrt oder die Stern­kon­stel­la­tio­nen. Es war al­les viel we­ni­ger „mys­te­riös“ als es uns heu­te schei­nen mag; und es er­scheint uns ja auch nur des­halb so mys­te­riös, weil wir all die­se wei­te­ren Be­wußtseins­be­rei­che aus­ge­blen­det ha­ben in un­se­rer mo­der­nen Welt und nur noch den Ver­stand gel­ten las­sen. Aber selbst dies ist nur ei­ne Ära und so­zu­sa­gen der an­de­re Ex­trem­punkt, an dem das Pen­del un­se­rer Be­wußtseins­rei­se aus­schlägt im Ge­gen­satz zu ei­nem eher un­be­wußten oder „un-re­flek­tie­ren“ in­tui­ti­ven Wis­sen.

Die Idee der „Götter“ ge­lang­te ver­mut­lich erst später auf den Plan, als wir mehr und mehr dar­an gin­gen, das „Ver­ges­sen“ zu er­kun­den, das schein­ba­re „Nicht­wis­sen“, und die „Götter“ ein Ver­bin­dungs­glied, ei­ne Er­in­ne­rung dar­stell­ten zu un­se­ren um­fas­sen­de­ren Be­wußtseinsan­tei­len. Das phy­si­sche Le­ben ist kei­ne „Stra­fe“! We­der im ir­di­schen Sinn, wenn wir glau­ben, all un­se­re Schwie­rig­kei­ten sei­en ei­ne Stra­fe für igen­det­was, noch in ei­nem „kos­mi­schen“ Sinn, wo­bei ir­gend­wel­che „Götter“, ETs oder sonst je­mand die Mensch­heit und die­sen Pla­ne­ten für ir­gen­det­was „be­nut­zen“ würden und wir de­ren „Spiel­ball“ sei­en. Un­se­re Wahr­neh­mung je­ner Be­rei­che, die wir den „gött­li­chen“ zu­ord­nen, bil­den le­dig­lich einen An­ker, ei­ne Er­in­ne­rung für un­ser 3D-Ta­ges­be­wußtsein, daß es noch wei­te­re Be­rei­che der Wahr­neh­mung gibt, wel­che uns in un­se­rer Ent­schei­dung, in ei­nem schein­ba­ren Ver­ges­sen fo­kus­siert zu sein, ab­han­den ge­kom­men sind.

Je mehr wir uns je­nen er­wei­ter­ten Be­wußtseins­be­rei­chen wie­der nähern, de­sto mehr ver­liert sich die „Be­deu­tung der Götter“; denn in­dem wir uns wie­der be­wußt mit den er­wei­ter­ten Be­wußtseins­be­rei­chen ver­bin­den, wird uns deut­lich, daß wir selbst ein Aus­druck sind je­ner er­wei­ter­ten Be­wußtseins­be­rei­che, da wir uns nun an all je­ne er­wei­ter­ten Aspek­te wie­der er­in­nern. Und der we­sent­lichs­te Teil dafür, uns wie­der mit un­se­ren Mul­ti-D-Aspek­ten zu ver­bin­den und die­se wahr­zu­neh­men, führt un­wei­ger­lich über das Träum­en, denn nur im Traum­be­reich ha­ben wir die Chan­ce, un­se­re er­wei­ter­ten Be­wußtseinsa­spek­te wahr­zu­neh­men.

Es ist nicht so ent­schei­dend, ob ich die Bil­der mei­ner Träume „rich­tig“ in­ter­pre­tie­re; von größer­er Be­deu­tung ist die Be­wußtwer­dung darüber, daß hier ei­ne ste­ti­ge Kom­mu­ni­ka­ti­on statt­fin­det: daß ich ei­ner­seits durch mein 3D-Er­le­ben mei­ne er­wei­ter­ten Be­wußtseins­be­rei­che nähre und ich zeit­gleich aus je­nen er­wei­ter­ten Be­wußtseinsan­tei­len eben­falls An­re­gun­gen, Ide­en und Ein­bli­cke er­hal­te, die für mein 3D-Le­ben re­le­vant sein können. Je be­wußter mir die­ser Pro­zeß der Kom­mu­ni­ka­ti­on ist, de­sto „größeren Pro­fit“ kann ich hieraus zie­hen. So­lan­ge mir die­se Wech­sel­wir­kung nicht klar ist, wer­de ich stets ir­gend­ein „grau­sa­mes Schick­sal“ für all mein Er­le­ben ver­ant­wort­lich ma­chen, da ich nicht er­ken­nen kann, daß und wie al­les zu­sam­menhängt und al­les ein Spiel des Be­wußtseins ist – und zwar mei­nes ei­ge­nen!

(Spax 10.6.15)

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