träumende Welt…

11. April 2016 at 05:04

Musik-11-Fantasy_SNIP_JordiMorellaAch, Seth ist ja auch „lustig“: Er schreibt in seinem Grundlagenwerk Gespräche mit Seth,1 in unseren Träumen gäbe es eine „Endfassung“, in der all unsere nächtlichen Erlebnisse insofern retuschiert würden, daß sie für unser Tagesbewußtsein halbwegs verstehbar werden. Er sagt, gäbe es diese Retusche nicht oder wären wir in der Lage, uns der Retusche bereits „bewußt“ zu sein, so würden wir viel mehr wahrnehmen können oder die größeren Zusammenhänge vielleicht auch besser verstehen.

Aber das ist es ja: Wie sollen wir es verstehen können, wenn doch unser 3D-Denken garnicht darauf ausgelegt ist? Das ist doch Absicht, daß wir im Vergessen sind und eben nur einen allerwinzigsten Bruchteil wahrnehmen. Auch sind wir nicht „verloren“ und waren es nie! Wir müssen auch nicht „gerettet“ und nicht einmal „aufgeweckt“ werden. Denn alles fließt im ewigen Strom des Bewußtseins. Und alles fließt hin zur Quelle. Es geht garnicht anders. Hiervon ist niemand ausgeschlossen, ganz gleich für wie „prekär“ wir die Verhältnisse irgendeiner Spezies halten.

Wir haben uns in die Zeit des Aufwachens inkarniert – um was?! Um die Erfahrung des Aufwachens zu machen natürlich. Alles ist energetisch so ausgelegt, daß alle Grundenergien in diese Richtung laufen. Es ist eigentlich immer und überall dasselbe: Man braucht sich nur dem Energiestrom anzupassen, dann landet man automatisch dort, wo man hinwollte. Da wir aber all dies vergessen haben sobald wir hier sind, fangen wir an, über alle grundlegenden Dinge, die wir innendrin eigentlich wissen, nachzugrübeln, fangen an, vermeintlich „eigene“ Entscheidungen zu treffen usw. usf. Doch all dies gehört mit zu der Erfahrungswelt, die wir „gebucht“ haben! Wir haben das alles selbst so angelegt, daß jeder auf seine je eigene Weise seine Reise unternimmt – im vollen Wissen aller Prämissen und Zusammenhänge. Im vollen Wissen, daß wir nichts „falsch“ machen können. Im vollen Wissen, daß zu dieser einzigartigen Erfahrung dazugehört, negative Dinge zu erleben.

Wir begeben uns in unsere jeweiligen Leben in absoluter Klarheit und Sicherheit. Wir wissen ganz genau, worauf wir uns jeweils einlassen. Aus der Sicht vor dem Inkarnieren, in der Planungsphase für ein bestimmtes Leben, wissen wir genau, daß wir viele Dinge sicher nicht mögen werden. Dennoch springen wir hinein in die gewählte Erfahrung. Erst wenn wir hier sind in unserem physischen Körper, vergessen wir unser ursprüngliches Ziel, vergessen wir unseren Wunsch nach spezifischen Erfahrungen und Komponenten. Und ich bin mir garnicht so sicher, ob „das Vergessen“ angeblich wie „ein Schleier“ ist oder das Vergessen an einer bestimmten „Frequenz“ liegt, in die wir hineingeboren werden. Ich glaube, es liegt einzig an unserem „Erziehungsmodell“, mit dem wir uns das ursprüngliche Wissen und eigene bewußt sein mit rigorosen Methoden austreiben. Das erzeugt letztlich die entsprechende Schwingung, die wir selbst dann ausstrahlen. Wir selbst trainieren uns auf eine Weise in dieses 3D hinein, so daß sich durch unsere kollektive Idee dieses Szenario in allen physischen Aspekten entsprechend ausbildet.

Gott-Schöpfer_SNIP_cocoparisienneJetzt hocken wir hier und glauben beispielsweise, irgendwelche „Schöpfergötter“ hätten all dies kreiert.2 Ja klar, aber auch sie sind Teil unseres eigenen Bewußtseins! Bewußtsein ist niemals getrennt von irgendetwas, es bildet immer und überall eine Einheit. Nur wenn ich es aus der rudimentären linearen und hierarchischen Sicht von meinem 3D-Standpunkt aus versuche zu erfassen oder zu beschreiben, nehme ich all diese schöpferischen Aspekte als etwas Getrenntes wahr, als etwas, das außerhalb von mir läge – eben weil ich mich selbst als abgetrennt empfinde. Von daher „entdecken“ dann manche irgendwelche „Schöpfergötter“, die offenbar irgendetwas geplant hätten. Und selbstredend wird diesen Schöpfergöttern dann eine Frequenz zugeschrieben, die als „übergeordnet“ empfunden wird.

All diese Annahmen und Aussagen sind einzig unserer physischen Sicht geschuldet, die sich auf Linearität und Hierarchien gründet. Es ist und bleibt eine Sicht aus 3D heraus, die lediglich unsere 3D-Auffassung des Getrenntseins verstärkt. Denn würde ich mich in meinem Bewußtsein tatsächlich verbunden fühlen mit Allem-was-Ist, mit dem Gesamtbewußtsein, müßte ich deutlich erkennen und wahrnehmen, daß ich selbst alle Aspekte hervorgebracht habe. Ich selbst! – nichts und niemand, was außerhalb von mir stünde. Es ist dies stets meine Welt mit meinen Aspekten, inklusive sämtlicher „Schöpfergötter“, die ich selbst bin.

Ja, es ist faszinierend für das 3D-Bewußtsein, solch spannenden Entdeckungen zu machen, wie die Existenz von „unendlich vielen“ Dimensionen, oder die Erfahrung, mit Wesenheiten wie „Gott“ oder „Om“ zu sprechen. Aber ich habe nichts dadurch gewonnen im Sinne des Aufwachens. Mit derlei Sichtweisen weite ich lediglich meine beschränkte 3D-Sicht aus auf erweiterte Wahrnehmungsaspekte der Welt, in der ich mich befinde. Ja, faszinierend sind die unzähligen Räume unseres Spukhauses.3 Es ist nichts falsches daran, auch diese anderen Räume zu erkunden oder sich in ihnen zu verlieren; nur das Aufwachen ist es eben nicht. Denn erst durch das Aufwachen begreife ich sämtliches Gewordensein und Werden als Ausdruck des Gesamtbewußtseins, in welchem mein eigenes persönliches Bewußtsein wurzelt. Erst mit dem Aufwachen läßt man die 3D-Sicht hinter sich, welche sämtliche Dinge und Vorkommnisse als ein Getrenntes wahrnimmt, anstatt als einen Ausdruck des eigenen inneren Selbst, des eigenen Bewußtseins, das all dies stets selbst erschafft. Alles. Inklusive die zweihundertmillionste „Dimension“, inklusive sämtlicher „Schöpfergötter“, inklusive meiner Wahrnehmung von Allem-was-Ist.

Zurück zu Seth: Diese „Retusche“ unserer Traumwahrnehmungen – in denen wir ja wieder im vollen Bewußtsein und Wissen aller Verbundenheit und allen Ausdrucks sind – ist integraler Bestandteil unserer speziellen 3D-Wahrnehmung. Denn ohne die Retusche hätten wir ja unser Wissen um unsere Verbindung, unser Wissen, daß alles aus uns selbst heraus entsteht und könnten daher diese spezielle 3D-Erfahrung nicht haben. Seth weiß das natürlich. Was er sagt ist letztlich: Wenn ihr aufwachen wollt – nicht „müßt“ oder es ein „Fehler“ wäre, in unserer 3D-Sicht „gefangen“ zu sein –, wäre es hilfreich, sich in der 3D-Wahrnehmung mehr mit jenen Bewußtseinsbereichen zu befassen, mit denen wir verbunden sind, wenn wir schlafen. Und zwar weniger vom Gesichtspunkt der Erlebnisse, die wir nachts haben, die unser 3D-Wachbewußtsein stets in materielle Bilder übersetzt, sondern uns eher mit den Empfindungen in jenen Traumbereichen verbinden und diese als unsere eingewurzelte Wahrnehmung und Wahrnehmungssteuerung begreifen. Wären wir dazu in der Lage, könnten wir schlußendlich hierüber erkennen, wie wir sämtliche Zusammenhänge, Aspekte und Dinge hervorbringen; könnten wahrnehmen, auf welche Weise „Schöpfung“ ursächlich funktioniert. Und wenn wir großes Glück haben bzw. lernen, dieses „Traumwissen“ auch in 3D anzuwenden, wären wir eher in der Lage, auch in unserer physischen Welt unsere mannigfaltigen Schöpfungen zu steuern – anstatt uns in unserem Getrenntheitsempfinden diesen „ausgeliefert“ zu fühlen.

(Spax  11.4.16)

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Fußnoten

  1. Seth war eine von Jane Roberts gechannelte Entität. Jane Roberts: Gespräche mit Seth – Von der ewigen Gültigkeit der Seele, Goldmann 1986 [1972]. (Roxie channelt nun manchmal Seth und auch Jane.)
  2. Siehe z.B. das YouTube-Video Guy Needler A History of God Lecture Preview.
  3. Als „Spukhaus“ bezeichnete Don Juan, der spirituelle Lehrer von Castaneda, bisweilen die übliche verzerrte Wahrnehmung unserer Welt. Dieses Spukhaus hätte viele Zimmer, in denen man sich leicht verirren könnte – als Synonym für weitere Wahrnehmungsbereiche, die uns in 3D offenstehen.