meine Stille – in mir

26. Juni 2016 at 03:41

Wasser-wolkig_SNIP_858106Man geht immer dorthin, wo man hin will, wo man sich hindenkt, wohin man sich entschließt zu gehen. „In der Stille, da fehlt mir nichts“, schreibe ich immer. Es ist gut, dies zu wissen in Momenten, wenn ich das Alleinsein satt habe.

Wonach jammere ich denn? Es ist an mir selbst, meine innere Kraft aufrechtzuerhalten und zu stärken. Immerzu denke ich jedesmal, ich ließe mich zu sehr wieder einfangen und einwickeln in die Zusammenhänge dieser Welt, in das Denken dieser Welt. Dann fällt mir die Stille wieder ein. Oft kommt dieser innere Zustand mir so fern vor wie der Mond… Und dennoch ist sie in mir, ist diese Liebe in mir. Das Jammertal mache ich selber, genauso wie meine Freude und Stille. Die Stille ist noch wichtiger als die Freude. Die Stille und das Liebesgefühl, welches mit ihr einhergeht; sowie die besondere Art der Freude, die mit der Stille einhergeht. Es ist dies mehr ein Gefühl von „Durchdringung“ all dessen, was mich umgibt, mehr ein Gefühl, mit allem und jedem verbunden zu sein, als im Gegenzug ein Gefühl von Freude zu haben, welches sich darauf gründet, daß ich irgendetwas geschafft habe. Letztere Art der Freude benötigt immer die Anerkennung. Doch die Stille verschluckt jegliche Form der Bedürftigkeit! Das ist, was die innere Stille so besonders macht: Meine Bedürftigkeit tritt in den Hintergrund, mein ewig plärrendes Ich ist in meiner Stille zum Schweigen gebracht. Alles ist dann an seinem Platz. Alles ist dann „richtig“, wie es ist, und ich fließe mit dem Sein.

Fazit: Sämtliche Emotions-Achterbahnen gehören zu meiner Zweitpersönlichkeit, meinem (künstlichen) „Ego-Selbst“. Solange ich mich hin und her werfen lasse von Jammer- wie Freude-Gefühlen, bin ich nicht verbunden mit mir. Verbunden, wirklich und wahrhaftig verbunden im Sein bin ich ausschließlich in meiner Stille. Erkennbar auch an dem besonderen „Liebesgefühl“, welches mich ins Jetzt zieht, in den Augenblick, in dem ich über genau diese bedingungslose Liebe automatisch verbunden bin mit allem, was mich umgibt.

(Spax  26.6.16)

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