Homo mirabilis

27. Februar 2015 at 02:09

Rakete-Start_rocket-969_1280Auch span­nend, das al­te Tes­ta­ment und die­se al­ten Ge­schich­ten, wie der Eli­as zum Bei­spiel: „Und er fuhr in ei­nem feu­ri­gen Wa­gen gen Him­mel“, und womöglich braus­te es noch da­bei. Ei­ne Ra­ke­te wird hier be­schrie­ben. Auch wird er als „Mann Got­tes“ be­zeich­net, könn­te al­so ein An­nu­n­a­ki ge­we­sen sein.

Das ist wirk­lich äußerst in­ter­essant und auf­schlußreich, wenn man sich all die­se al­ten Ge­schich­ten un­ter der Prämisse an­schaut, daß es sich bei den be­schrie­be­nen Göttern um Zi­vi­li­sa­tio­nen an­de­rer Pla­ne­ten ge­han­delt hat. Plötz­lich er­gibt dann al­les einen Sinn; man ver­steht die kryp­ti­sche Re­de von ei­nem „Feu­er­wa­gen“, das „Auf­fah­ren gen Him­mel“ und vie­le wei­te­re De­tails, wenn man sie un­ter die­sem Aspekt be­trach­tet.

Eben­falls all die ge­ne­ti­schen Ex­pe­ri­men­te, auf de­ren Über­res­te wir ge­stoßen sind. In ei­ner Geo1 heißt es, zu ei­ner be­stimm­ten Zeit wären fünf ver­schie­de­ne Mensch-Ver­sio­nen zeit­gleich auf der Er­de ge­we­sen. Das kann ja durch­aus sein, denn ei­ne zeit­lang wur­de ver­mut­lich her­u­m­ex­pe­ri­men­tiert, um die op­ti­ma­le Form hin­zu­be­kom­men für das, was von den ex­tra­ter­rest­ri­schen Zi­vi­li­sa­tio­nen gewünscht war. Und si­cher­lich hat es ver­schie­de­ne Pro­to­ty­pen ge­ge­ben, die dann natürlich al­le et­wa zur sel­ben Zeit auf­tra­ten.

Dies bringt mich auf die „Götter mit den Tierköpfen“ und zu der Fra­ge, ob es nicht womöglich Ab­sicht war, die­se Mensch-Tier-We­sen ex­akt so zu for­men; z.B. um nach außen hin zu ver­deut­li­chen, von wel­cher spe­zi­fi­schen Zi­vi­li­sa­ti­on das We­sen kommt. Oder viel­leicht auch, um de­ren Gött­lich­keit her­vor­zu­he­ben. Denn es sind ja nicht gan­ze Land­stri­che, die von der­lei We­sen bevölkert wor­den wären, son­dern die Mensch-Tier­kopf-We­sen tau­chen im­mer ver­ein­zelt auf und wer­den je­weils als ein be­stimm­ter Gott be­zeich­net. Die­se Dar­stel­lun­gen tau­chen nur auf in den herr­schaft­li­chen Zu­sam­menhängen und nicht als gewöhn­li­che Fi­gu­ren des All­tags­le­bens. Auch hat man von die­ser Art Mischwe­sen so­weit ich weiß, bis­lang kei­ne Kno­chen als Be­wei­se ge­fun­den.

Eben­falls ist es möglich, daß für die Dar­stel­lun­gen ver­schie­de­ner Per­so­nen der „Götter-Zi­vi­li­sa­tio­nen“ die­se Form der Dar­stel­lung gewählt wur­de, um die je­wei­li­ge Funk­ti­on der Per­son oder des We­sens bild­haft zu be­schrei­ben, und es ei­ne le­ben­di­ge Form die­ser We­sen womöglich gar­nicht ge­ge­ben hat. Even­tu­ell ha­ben die leib­li­chen We­sen auch ge­wech­selt und der­je­ni­ge, der z.B. die Funk­ti­on des Anu­bis in­ne­hat­te, wur­de eben im­mer auf die­sel­be Wei­se dar­ge­stellt. Dies er­gibt grund­le­gend Sinn, denn die Pha­rao­nen wur­den ja gleich­falls im­mer in be­stimm­ten Hal­tun­gen und Dar­stel­lun­gen be­schrie­ben und ge­zeigt. Das meis­te hier­bei ist wahr­schein­lich sym­bo­li­scher Na­tur.

Anubis-Götter_SNIPDoch auf der an­de­ren Sei­te wur­den die Pha­rao­nen ver­mut­lich eher „rea­lis­tisch“ ab­ge­bil­det, mit den lan­gen Hin­terköpfen, wel­che übri­gens gleich­falls aus­sch­ließlich in den Herr­scherhäusern zu fin­den sind. Der An­sicht, daß die Köpfe ab­ge­bun­den wur­den, um die­se läng­li­che Form des Hin­ter­kop­fes zu er­zeu­gen, kann ich nicht zu­stim­men, denn in all den zahl­rei­chen Gräbern, die man bis­lang durchwühlt hat, hätte man längst zahl­rei­che Be­wei­se hierfür fin­den müssen. Da al­les so ak­ku­rat ver­ewigt wur­de, müßte es gleich­falls ab­ge­bil­de­te Sze­nen bezüglich die­ses doch ent­schei­den­den Merk­mals ge­ge­ben ha­ben; denn al­les von Wich­tig­keit wur­de do­ku­men­tiert, und mei­nes Er­ach­tens hätte ei­ne sol­che Pro­ze­dur ir­gend­wo Erwähnung fin­den müssen – mehr­fach.2 Bei den ar­men Füßen der Asia­tin­nen, die ab­ge­bun­den wur­den, da­mit sie klein blei­ben, müssen die Frau­en die­se Bin­den öfter er­neu­ern und tra­gen die­se bis zu ih­rem Ab­le­ben. Denn würde man den Füßen mehr Raum ge­ben, würden sie auch nach Jah­ren an­ders wach­sen. Gleich­falls der afri­ka­ni­sche Stamm, wo die Frau­en mit Rin­gen ih­re Hälse verlängern; auch die­se Rin­ge können nicht ent­fernt wer­den, weil der Hals den Kopf sonst nicht mehr tra­gen könn­te.

Gleich­falls fin­det man in zahl­rei­chen al­ten Ab­bil­dun­gen auch Tier­we­sen, die uns fremd sind, und die eben­falls in Be­zug mit den Herr­scherhäusern auf­tau­chen: Grei­fe, Ad­ler, Löwen­for­men, Dra­chen usw. Manch­mal sind sie mit Flügeln dar­ge­stellt, was eben­falls ein bild­li­cher Aus­druck für die Tat­sa­che ge­gol­ten ha­ben mag, daß die­se We­sen „vom Him­mel“ ka­men. (Von die­sen Dar­stel­lun­gen und Er­eig­nis­sen könn­te sich un­se­re heu­ti­ge En­gels­fi­gur her­ge­lei­tet ha­ben: Himm­li­sche We­sen, die den Men­schen hel­fen und über „über­mensch­li­che“ Kräfte verfügen.)

Be­trach­tet man all die­se Din­ge un­ter dem Blick­win­kel, daß tatsächlich außer­ir­di­sche Zi­vi­li­sa­tio­nen vor lan­ger Zeit auf der Er­de wa­ren und hier Gen­ma­ni­pu­la­tio­nen be­trie­ben ha­ben, er­scheint mir al­les recht lo­gisch. Viel­leicht ist es so und sie benötig­ten ein Volk von „Ar­bei­tern“, wie in zahl­rei­chen Ge­schich­ten oder In­ter­pre­ta­tio­nen be­schrie­ben wird; doch wenn ich die „kos­mi­sche Wan­de­rung“ oder Ent­wick­lung ei­ni­ger Zi­vi­li­sa­tio­nen un­se­res Son­nen­sys­tems mit ein­be­zie­he, wur­de die­se neue Mensch­form ge­schaf­fen, da­mit ein Clus­ter von Be­wußtseinsan­tei­len (See­len) ei­ne adäqua­te Form und ein Um­feld er­hielt, wo­hin­ein sie in­kar­nie­ren können, um Ent­wick­lung und Er­fah­rung ei­ner be­stimm­ten Idee aus­zu­drücken. Denn sämt­li­che phy­si­schen Aus­drucks­for­men sind Aus­drucks­for­men des Be­wußtseins, von spe­zi­fi­schen Ide­en, die in ver­schie­de­nen Kol­lek­ti­ven aus­pro­biert wer­den möchten.

(Spax 27.2.15)

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Fußnoten

  1. GEO­kom­pakt: Der Ne­an­der­ta­ler, Nr. 41 (2014), 100–110.
  2. Ich fol­ge hier der Be­schrei­bung von Eli­sa­beth Haich, die sehr de­tail­ge­treu sich an ein Le­ben als Pries­te­rin im al­ten Ägyp­ten er­in­nert (sie­he Eli­sa­beth Haich: Ein­wei­hung, 1. Aufl., Gold­mann Ver­lag 1972 u. 1985.).