Hindernisse

27. April 2015 at 01:21

Stille-2_SNIPIch be­wun­de­re die Dis­zi­plin der Zau­be­rer. Es ist, was mir fehlt. Der Trick wäre, mich oh­ne ein Ziel an die Kan­da­re zu neh­men, ein­fach so, weil ich weiß, daß es gut wäre. Ich bin zu verwöhnt von mei­ner Er­fah­rung mit dem Ein­heits­zu­stand, in den ich ein­gehüllt war. Er war ein­fach da. Und durch die nächs­te Abhängig­keit („Lie­be“) fiel ich wie­der her­aus aus dem „spon­ta­nen Zu­stand“. Ich ver­mis­se das. Doch jetzt kann ich sa­gen, was ge­nau ich ver­mis­se: Die in­ne­re Stil­le ver­mis­se ich. Denn es ist die in­ne­re Stil­le, die mich ins Jetzt zieht.

„Frei­heit ist das Feh­len jeg­li­cher Sor­ge um sich selbst“, sagt Ca­sta­ne­da,1 und es stimmt ge­nau. So­lan­ge ich im­mer noch an mei­nem Geld­pro­blem­chen her­um­na­ge, wer­de ich mei­ne Ener­gi­en an eben die­ses Pro­blem­chen hängen. Ich lähme mich da­mit. Und auch das vie­le Her­um­ge­quat­sche schwächt mei­nen Ener­gie­haus­halt. Du kannst ent­we­der et­was tun, oder du kannst darüber quas­seln. All das Ge­quat­sche nimmt Ener­gie; Ener­gie, die man an­sons­ten für Hand­lun­gen zur Verfügung hätte. Wenn ich al­so der­lei Quatschtüten­blocks ha­be in mei­ner Wo­che, ist es sinn­haft, mir einen Stil­le-Aus­gleich zu schaf­fen. Me­di­ta­ti­on ist schon gut hierfür. Die Mer­ka­ba2 ist gut.

Ich ha­be zu sehr eben­falls die 3D-Sei­te im Fo­kus; und mei­ne „träume­ri­sche Sei­te“ be­wegt sich voll­kom­men un­be­wußt, ich er­in­ne­re sie nicht, las­se mich le­dig­lich in die­se Gefühle fal­len. Mei­ne Lähmung schläfert mei­nen Geist ein. Ich kann im­mer et­was tun, um die in­ne­re Wach­heit zu er­zeu­gen. Das ist, was fehlt. Und wenn mir Übun­gen da­bei hel­fen, so ist es gut, sie zu tun. Wenn al­lein die Er­in­ne­rung an mei­nen Fo­kus hilft, so ist dies ge­nau­so gut. Ich las­se zu, daß all die welt­li­chen Din­ge mich her­aus­zie­hen aus mei­nem In­nen­fo­kus.

Und zehn­mal dööfer noch: Mein Ge­dan­ken­ka­rus­sell ist, was mich her­aus­zieht, vor al­lem das Ge­plap­per all der Vorwürfe in mei­nem Kopf – wie­der und wie­der. Ich kämp­fe mehr mit die­sem Wust an­statt mich kom­plett in­ner­lich zu ent­fer­nen von dem Ge­plap­per und mich ein­fach auf den Pos­ten des nüchter­nen In­ne­ren Be­ob­ach­ters zu stel­len. Denn dem Be­ob­ach­ter ist es egal, was ich den­ke oder fühle, er gibt mir le­dig­lich die Auf­ga­ben vor, die ich um­set­zen kann. Die Po­si­ti­on des In­ne­ren Be­ob­ach­ters hat im­mer Ener­gie, denn er ver­schwen­det sie nicht an unnütze Ge­dan­ken oder ei­ne Be­find­lich­keit­sor­gie.

Ich er­in­ne­re mich: Es ist gut, wenn ich mir vor­stel­le, wie es ist, wenn ich be­stimm­te Din­ge er­le­digt ha­be. Dann kann ich sie an­ge­hen, oh­ne darüber nach­zu­sin­nen, ob ich zu der ein­zel­nen Tätig­keit nun Lust ha­be oder nicht. So­lan­ge ich in die­sem di­stan­zier­ten Mo­dus des Han­delns bin, kann ich han­deln und zie­he Ener­gie dar­aus an­statt mich während des Han­delns blöd zu fühlen und all mei­ne Ener­gie an Wi­derstände zu bin­den, die mir über­haupt die Freu­de neh­men am Han­deln. Am al­ler­bes­ten ist natürlich, wenn ich die in­ne­re Stil­le ha­be und all mein Han­deln und mein Sein ein­ge­bet­tet ist in sie und von ihr ge­tra­gen wird. Doch so­lan­ge ich die in­ne­re Stil­le nicht ha­be, ist die Po­si­ti­on des In­ne­ren Be­ob­ach­ters der bes­te Fo­kus.

Ich las­se mich hin­ein­zie­hen in die „Wich­tig­keit der Welt“, in all die­se 3D-An­sich­ten und Mei­nun­gen. Schlim­mer noch: Ich fan­ge an, darüber nach­zu­den­ken und schaue nach, ob dar­in Weis­heit läge.

Je­der hat für sich sei­ne ei­ge­ne Weis­heit, an der er bas­telt; es steht mir nicht zu, hierüber zu ur­tei­len. Und da es nicht möglich ist, einen an­de­ren auf­zu­we­cken, kann es nicht mein Ziel sein, aus die­sem Grund mei­nen Blog on­li­ne zu stel­len.3 Ich ma­che es nur für mich, um einen Ka­nal zu schaf­fen für mei­ne Ge­dan­ken. Mehr ist es nicht. Wes­halb zöge­re ich da­mit so? Wes­halb ist der Flow für mei­nen Blog ins Sto­cken ge­ra­ten? Weil ich ihn zer­quas­selt ha­be und es je­dem erzählt ha­be. Das nimmt einen Teil der Ener­gie, und es bläht mich in­ner­lich auf, als hätt ich et­was „wich­ti­ges“ zu sa­gen. Es ist dann nicht mehr nur die Freu­de am rei­nen Tun und mei­nen Ge­dan­ken, die das Vor­ha­ben tra­gen, son­dern es kommt der „Außen­blick“ hin­zu mit all den „Er­war­tungs-Aspek­ten“. Ich selbst ma­che es mir kom­pli­ziert und ma­dig, in­dem ich mei­ne Ener­gi­en an die­ses „Außen­netz“ knüpfe, an­statt bei mei­nem in­ne­ren freu­di­gen Tun zu blei­ben, wel­ches le­dig­lich mit der je­wei­li­gen Auf­ga­be be­faßt ist und sonst mit nichts wei­ter.

Vogelnest-blaue Eier_SNIPDu kannst nicht er­war­ten, daß an­de­re sich um dein ei­ge­nes Werk kümmern! Wenn ich will, daß all die­se Din­ge in die Welt ge­lan­gen, dann muß ich das sel­ber tun. Ich den­ke hier auch an Pa­pa und all sei­ne schönen Fo­tos und Di­as, denn das war sei­ne Hin­ter­las­sen­schaft, die nun in mei­nem Kel­ler ruht. Es bleibt ein lee­rer Raum zurück, wenn je­mand geht. Und Kai­ser Max4 hat­te Recht, wenn er sag­te, „Wenn du in Er­in­ne­rung blei­ben willst, mußt du Wer­ke hin­ter­las­sen“. Das stimmt zwar, doch geht es glau­be ich nicht wirk­lich dar­um, in Er­in­ne­rung zu blei­ben, son­dern sei­ne Wer­ke – ganz gleich wel­cher Art sie sein mögen – kraft­voll aus dem ei­ge­nen Sys­tem zu ent­las­sen. Denn mei­ne Wer­ke sind der Aus­druck mei­nes Seins und der Aus­druck für das je­wei­li­ge Le­ben. Ein Vo­gel baut sein Nest nicht, weil er für die­se Kunst­form einen Preis ge­win­nen möchte, son­dern weil der Nest­bau Aus­druck ist sei­nes Vo­gel-Selbst. Wir ha­ben ver­ges­sen, wie es ist, sich aus­zu­drücken, oh­ne hierfür einen Ge­winn ein­zu­strei­chen oder Be­wun­de­rung ein­zu­heim­sen. Drückt man sich ein­fach aus, mit dem, was man ist und setzt sei­ne Fähig­kei­ten ein, so ist dies die Freu­de am Aus­druck, am Sein: An­er­ken­nung be­deu­tet ihr nichts, denn man han­delt im Ein­klang mit sich selbst und das Han­deln ist nicht an Be­din­gun­gen ge­knüpft.

Ich kann je­der­zeit et­was tun, um mein in­ne­res Gleich­ge­wicht zu hal­ten oder her­zu­stel­len. Je­der­zeit, denn es ist im­mer und über­all: Jetzt. Und dies ist der Au­gen­blick, der zählt. Im Jetzt ist im­mer der ei­ge­ne Aus­druck – los­gelöst von sämt­li­chen Abhängig­kei­ten und al­so Be­din­gun­gen. Mein Le­ben, das bin ich und das ist mein un­be­fan­ge­ner Aus­druck. Und erst, wenn ich mich be­freie vom „Blick der Welt“, der Mei­nung al­ler an­de­ren, von ge­sell­schaft­li­chen Vor­ga­ben, wie et­was zu sein hätte, erst wenn ich mich löse von al­len Abhängig­kei­ten, bin ich frei in mei­nem Han­deln. So­lan­ge wie ich auf Bei­fall war­te oder Kri­tik befürch­te, stimmt mein Blick­win­kel nicht und mein Hand­lungs­an­trieb er­zeugt Wi­derstände, weil ich in ei­ner Be­zo­gen­heit agie­re, die mei­nem Han­deln Fes­seln an­legt.

Was ge­nau er­rei­chen wir durch die­se ver­que­re in­ne­re Hal­tung? Ei­ne ste­ti­ge Un­zu­frie­den­heit so­wie die grund­le­gen­de An­sicht, „die Welt da draußen“ be­hin­de­re mich an mei­nem Aus­druck und ver­hin­de­re, daß ich mei­nen ei­ge­nen Ide­en fol­ge. Doch die­ser Kampf ist le­dig­lich ein an­trai­nier­tes Sze­na­rio in mei­nem ei­ge­nen Kopf, denn nichts und nie­mand ver­hin­dert mei­ne in­ne­re Hal­tung, die die Grund­la­ge dafür ist, mei­nen nächs­ten Schritt zu set­zen.

Es ist ei­ne Auf­ga­be, wenn je­mand zu mir sagt, ich hätte Schwie­rig­kei­ten, mich „be­ruf­lich in der Öffent­lich­keit zu po­si­tio­nie­ren“, so wie neu­lich als ich ei­ne Be­kann­te traf. Doch mir war es ei­ner­lei, es war dies ih­re An­sicht und ihr ei­ge­nes Emp­fin­den. Oder es als „Abwärtss­pi­ra­le“ zu emp­fin­den bezüglich mei­ner fi­nan­zi­el­len La­ge. In sol­chen Sze­na­ri­en neh­me ich mir eben­falls selbst die Kraft, in­dem ich von der­lei Din­gen erzähle! Denn in­dem ich sie erzähle, wie sie sind, krie­gen sie ein viel größeres Ge­wicht als sie ei­gent­lich in­ner­lich ha­ben. Mei­ne Wor­te sind wie An­ker­ha­ken für Ma­ni­fes­tie­run­gen in der Welt: Spre­che ich darüber, was ist – z.B. fi­nan­zi­ell – so neh­me ich mir da­mit den Wind aus den Se­geln für ei­ne Verände­rung. Denn die Wor­te ha­ben ei­ne Rück­kopp­lung zu mei­nen in­ne­ren Pro­zes­sen. Will ich mei­nen Fo­kus dau­er­haft verändern, so ist es er­for­der­lich, mei­ne Wor­te die­sem Fo­kus an­zu­pas­sen. Wenn ich nicht lügen kann über mei­ne Rea­lität, so kann ich doch we­nigs­tens va­ge Ant­wor­ten ge­ben, die all­ge­mei­ner Na­tur sind. Und am al­le­rein­fachs­ten kann man ja ein der­ar­ti­ges Ge­sprächsthe­ma um­len­ken, in­dem man sein Ge­genüber Din­ge fragt über de­ren Le­ben. Denn nichts tun die Men­schen lie­ber als über sich selbst zu spre­chen.

Nägel_SNIP-2Ah ja, in­ter­essant: Ge­nau das war der Punkt, an dem ich mei­nen Fo­kus auf mei­nen Blog wie­der ver­lo­ren ha­be, weil mein Fo­kus sich von ei­ner er­staun­lich ent­spann­ten fi­nan­zi­el­len Gr­und­ein­stel­lung wie­der ver­la­gert hat auf die ewi­ge Sor­ge um das Geld. Wie schön man das hieran se­hen kann: Die Sor­ge bin­det so viel Ener­gie, daß ich nicht mehr hand­lungsfähig war und nicht wei­ter an mei­nem Blog ge­ar­bei­tet ha­be. Je­de Sor­ge ein Sar­g­na­gel – das stimmt to­tal! Und Igno­ranz jeg­li­cher Sor­ge um die ei­ge­ne Per­son ist das Heil­mit­tel hierfür, setzt wie­der Hand­lungs­ener­gie frei, ver­bin­det mich wie­der mit mei­nem in­ne­ren Be­ob­ach­ter und stärkt ins­ge­samt mei­ne in­ne­re Sta­bi­lität, Sou­veränität so­wie mein Selbst­wert­gefühl.

Es ist ge­nau wie Abra­ham5 sa­gen: Igno­rie­re die Din­ge, die dir so zu schaf­fen ma­chen! Denn wenn ich mei­ne Sor­ge nicht igno­rie­re, ver­langt sie von mir, daß ich mich um sie kümme­re und ge­be da­her so viel mehr Ener­gie in einen Be­reich bzw. Fo­kus, von dem ich doch ei­gent­lich gern los­kom­men möchte. Bas­har6 hat ge­nau­so Recht, wenn er sagt, es wäre vor­teil­haft, sich von Freu­de­mo­ment zu Freu­de­mo­ment zu be­we­gen; doch es ist so viel schwie­ri­ger ei­ne Freu­de an auch nur ir­gend­et­was zu ver­spüren, so­bald der Pa­ra­sit der Sor­ge sich im Hirn fest­ge­bis­sen hat. Da­her hilft es mir mehr, dem An­satz zu fol­gen, die Sor­ge zu igno­rie­ren, da hier­durch über­haupt erst wie­der Ener­gie frei­ge­setzt wird, die ich dann für mögli­cher­wei­se freud­vol­le Hand­lun­gen ein­set­zen kann.

(Spax 27.4.15)

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Fußnoten

  1. In Flo­rin­da Don­ner-Grau: Traum­wa­che.
  2. Ich hat­te vor ein paar Jah­ren Se­mi­na­re zur Ak­ti­vie­rung der Mer­ka­ba bei Ort­lieb Schra­de be­legt.
  3. Blog ging on­li­ne am 03.05.15.
  4. Ma­xi­mi­li­an I (HRR), 1459–1519.
  5. Abra­ham ist ei­ne von Esther Hicks gechan­nel­te nicht­phy­si­sche En­tität.
  6. Bas­har ist ei­ne von Dar­ryl An­ka gechan­nel­te En­tität, die auf Es­sassa­ni/Es­ha­ka­ni be­hei­ma­tet ist.