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12. Mai 2015 at 02:13

Hände_Paar_SNIPDas The­ma der Un­schuld.1 Das ist ge­nau, was Seth2 auch ge­schrie­ben hat: Die Mensch­heit hat das The­ma „Schuld“ noch nicht ge­meis­tert. Doch jetzt ist es an der Zeit, al­les zu­sam­men­zu­fas­sen und al­so auch die­ses The­ma mit ins Boot zu neh­men; zu er­ken­nen, daß es so et­was wie „Schuld“ nicht gibt. Es gehört dies zum Auf­wa­chen da­zu, ist ein Auf­wacht­he­ma, denn in der Trans­for­ma­ti­on des Dua­len er­kennt man die Gleich­ran­gig­keit von Al­lem so­wie die Ver­bun­den­heit al­len Be­wußtseins: daß das Dua­le und al­le dies­bezügli­chen The­men le­dig­lich ein spe­zi­fi­scher Er­fah­rungs­raum sind, der ein­ge­bet­tet ist in et­was we­sent­lich Größeres, ein Teil ist ei­nes Großen+Gan­zen. Da­her ist al­les Le­ben im­mer Le­ben, das sich in sei­nen spe­zi­fi­schen Pa­ra­me­tern aus­drückt und im je­wei­li­gen Be­zugs­rah­men neue Möglich­kei­ten er­kun­det und aus­lo­tet. Nie­mals kann hier ein „Schlech­tes“ exis­tie­ren. Die­se Art der Wer­tung gehört le­dig­lich zu dem ein­ge­grenz­ten Wahr­neh­mungs­be­reich, der das Er­kun­den die­ses ein­ge­grenz­ten Be­rei­ches über­haupt erst ermöglicht.

Die gan­ze Schuld­fra­ge und mit ihr ein Täter-Op­fer-Den­ken ist im­pli­zier­ter Teil un­se­res dua­len Aus­drucks. Wären wir stets im Hier+Jetzt und auf un­se­re Ver­bin­dung fo­kus­siert und un­se­re Ein­heit mit Al­lem-was-Ist, könn­ten wir unmöglich all die­se wun­der­vol­len Er­fah­run­gen ma­chen und aus ih­nen all die Er­kennt­nis­se zie­hen, die ein Den­ken in Ge­gensätzen mit sich bringt und für uns be­reithält. Denn dies ist es doch ge­nau­ge­nom­men: Das Be­wußtsein ist auf Er­kennt­nis­se aus, könn­te man sa­gen; und da­her sind wir aben­teu­er­lus­tig und er­fin­de­risch und pro­bie­ren die ab­ge­fah­rens­ten Sa­chen aus, um der Er­fah­rung wil­len und den Er­kennt­nis­sen, die je­weils Teil ei­ner Er­fah­rung sind.

Kei­ner will sich je „schlecht“ fühlen, das ist schon wahr; aber denk mal darüber nach, wel­chen Er­kennt­nis­ge­winn du al­lein da­durch er­hal­ten hast, daß du sa­gen kannst „Ich weiß, was Trau­rig­keit ist“. Zu hun­dert Pro­zent im­mer nur glück­lich sein bis in al­le Ewig­keit nimmt sich da­ge­gen wie ei­ne Schlaf­ta­blet­te aus. Wo fin­det sich Er­kennt­nis im Im­merglei­chen? Ei­ne Er­wei­te­rung der Er­kennt­nisfähig­keit kann nur durch den Fak­tor des Un­be­kann­ten her­vor­ge­bracht wer­den. Und das be­deu­tet das Zu­las­sen ei­ner Kom­po­nen­te des Un­be­kann­ten im all­ge­mei­nen Er­le­bens­feld und hier­mit: ein winz­haf­tes Her­austre­ten aus der „Ein­heits­per­spek­ti­ve“.

All un­ser Er­le­ben und all un­se­re Er­kennt­nis­se bil­den so­zu­sa­gen das „In­nen­le­ben“ von Al­les-was-Ist. Würde Al­les-was-Ist Na­bel­schau hal­ten, so wären hier all die­se wun­der­vol­len Er­kennt­nis­se, auf­re­gen­den Aben­teu­er, Tragödi­en, Dra­men und da­her auch Hap­py En­dings zu fin­den. Das Er­le­ben des Dua­len ist ei­ne un­er­meßli­che Be­rei­che­rung un­se­res Be­wußtseins, ein Er­le­ben ge­kop­pelt mit ei­ner Er­kennt­nis­tie­fe, die ein­zig­ar­tig ist. Auch aus die­sem Grund – und viel­leicht so­gar hauptsächlich aus die­sem – ist die Mensch­heits­er­fah­rung ei­ne mögli­cher­wei­se außer-gewöhn­li­che.

Der Fisch im Teich schwimmt be­seelt von hier nach dort, doch plötz­lich fällt ein Stein ins Was­ser und kräuselt die Wel­len, bringt et­was in Be­we­gung, und et­was, von dem der Fisch kei­ner­lei Kennt­nis be­sitzt, schwebt durch sei­nen Wahr­neh­mungs­raum: Et­was Ein­zig­ar­ti­ges ist pas­siert, et­was Neu­es, et­was Außer­gewöhn­li­ches. Und die­ses Er­eig­nis erst kann dem Fisch neue Er­kennt­nis­be­rei­che er­schließen.

Welch wun­der­ba­re Welt, in der wir doch le­ben! Wie auf­re­gend es doch sein muß, über­haupt ei­ne Er­fah­rung des „To­des“ ma­chen zu können! Wir, die wir ewi­ge We­sen sind.

(Spax 12.5.15)

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Fußnoten

  1. In ei­nem Vi­deo von Roxie: Ja­ne Ro­berts – The Spea­kers (ab ca. 4:00). Ro­xie ist ein Open Chan­nel und chan­nelt ver­schie­de­ne We­sen­hei­ten.
  2. Seth ist ei­ne En­tität, die von Ja­ne Ro­berts gechan­nelt wur­de (sie­he Bücher). Ro­xie chan­nelt nun manch­mal Seth so­wie auch Ja­ne.