getrennte Welten

9. April 2016 at 04:02

Fantasiewelt-2_SNIP_bngdesignsJetzt kam gerade ein schöner „Leuchtfunken“, ein Lichtwesen, auf mich zugeflogen. Ich habe es ganz lange gesehen und die schöne Leuchtspur, die es gezogen hat. So verlangsamt ist unsere Welt, daß man den Eindruck hat, die Dinge zögen eine Linie hinter sich her, wenn sie sich bewegen. Diese Linien, die man sieht, wenn man ein sich bewegendes Licht nachts fotografiert und dann diese Lichtstreifen entstehen. Ich würde gern in Kommunikation treten mit diesen Lichtern oder Lichtwesen, die ich manchmal sehe. Aber wahrscheinlich tu′ ich das sowieso, denn man ist ja stets in Kommunikation mit allem, was einen umgibt – auch wenn wir diesen vielfältigen Austausch auf zahlreichen Bewußtseinsebenen größtenteils nicht mitbekommen.

Wie stark doch bestimmte Bewußtseinsebenen voneinander „getrennt“ sind! Sie können nebeneinander, ja über oder ineinander liegen, und wir würden Vorkommnisse eines anderen Frequenzbereichs nicht wahrnehmen. Exakt wie bei einem Radio: Man kann nicht zwei Sendern gleichzeitig zuhören oder im Fernsehen sich zwei Programme zur selben Zeit anschauen, es sei denn man hat zwei Fernseher oder zwei Radios. Bestimmte Wahrnehmungen laufen über bestimmte Frequenzen. Dann gibt es verschiedene Frequenzbänder, die jeweils eine bestimmte Reichweite haben – also so wie UKW oder LW –, bestimmte Frequenzbereiche, die in unserem Wahrnehmungsbereich liegen. Man könnte z.B. auch ein „Radio für Fledermäuse“ und andere Tiere oder Wesen herstellen, das dann Frequenzbereiche für deren Wahrnehmung abdecken würde. „Hallo, hier spricht der ‚Mückenradar‘: große Vorkommen südöstlich des Flusses, starke Lichtquelle – piep.“ Haha, wär ja mal was.

Aber genau so funktioniert es: Jeder funkt und empfängt auf seiner eigenen Frequenz, auf die er gerade eingestellt ist. Und wenn ich meine Wahrnehmung auf einen anderen Frequenzbereich einstelle, so nehme ich Dinge wahr, die zu diesem Frequenzbereich gehören. Wäre ich in der Lage, mich auf die Fledermaus-Frequenz einzustellen, könnte ich mich mit denen unterhalten und wahrnehmen, was Fledermäuse wahrnehmen. Wäre ich in dieser Fledermaus-Frequenz, würde ich meine normale Alltagsfrequenz nicht wahrnehmen können. Fokus bzw. Wahrnehmung ist immer eine ausschließende Erfahrung.

Hmm nee, so ganz stimmt das ja nicht, denn ich habe durchaus Momente gehabt, in denen ich mehrere „Dimensionen“ zeitgleich wahrgenommen habe. Das geht durchaus, nur ist dann mein Fokus unspezifischer. Es ist möglich, dann verschiedene Frequenzen oder Bereiche zeitgleich wahrzunehmen. Das ist eigentlich eine übergeordnete Sicht, die man dann hat. Will man mehrere unterschiedliche Dinge zeitgleich wahrnehmen, muß man den Fokus entspannen, so wie wenn man das periphere Sehen einübt. Das heißt, der Blick fixiert sich auf irgendetwas in der Ferne, während meine Aufmerksamkeit sich bis in die Randbereiche meines visuellen Sichtfeldes ausdehnt. Auf diese Weise umfaßt mein Sehen einen sehr viel breiteren Bereich, als wenn ich meinen Blick auf bestimmte Dinge gerichtet habe und sie als solche wahrnehme.

(Spax  9.4.16)

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