Eine Glaubensfrage – mein Glaube ist: real

17. Februar 2015 at 03:42

Fragezeichen-1_road-sign-63983_1280Ich ha­be jetzt von dem einen Au­tor die En­ki-En­lil-Ge­schich­te ge­le­sen.1 Hört man sich all die­se un­ter­schied­li­chen Ge­schich­ten und Ver­sio­nen an, weiß ja auch kei­ner, was er glau­ben soll. Ge­nau das ist es: Wem oder was schen­ke ich Glau­ben? Bei mir ist es grundsätz­lich das Gefühl, das Emp­fin­den, wel­ches mir an­deu­tet, was für mich re­le­vant oder „rich­tig“ ist. Span­nend, oder? Denn auf die­se Wei­se kre­i­ert ja je­der sei­ne ei­ge­ne Ge­schich­te bzw. Sicht­wei­se. In die­sem Zu­sam­men­hang fra­ge ich mich, ob es über­haupt so et­was gibt wie „Fak­ten“ -?! Sind nicht al­les In­ter­pre­ta­tio­nen von be­stimm­ten Ide­en? Ich den­ke, ge­nau so ist es. Und zu ei­ner „greif­ba­ren Idee oder In­ter­pre­ta­ti­on“, ei­ner Ge­schich­te, die einen star­ken Fo­kus hat, ent­steht z.B. ei­ne 3D-Aus­for­mung, je mehr Be­wußtseinsan­tei­le2 sich der Idee an­sch­ließen.

Auf die­se Wei­se kre­ie­ren wir das, was wir „Rea­lität“ nen­nen bzw. emp­fin­den wir die je­wei­li­ge Idee als Rea­lität, der wir uns an­sch­ließen: „Es ge­sch­ehe nach dei­nem Glau­ben.“ Und ge­nau so ist es und wird es im­mer sein – mein Glau­be be­stimmt das, was ich als re­al emp­fin­de, was re­le­vant ist für mich. Ganz gleich, ob zum Bei­spiel in mei­nem Um­feld al­le et­was an­de­res glau­ben und sich da­her in ei­ner je­weils an­de­ren Rea­lität be­fin­den. Denn so­bald ich mich für einen an­de­ren Glau­bens­satz ent­sch­ließe und al­so ei­ner be­stimm­ten Idee fol­ge, weil ich sie für „wahr“ hal­te, wer­de ich in die­sem Zu­ge wei­te­ren Be­wußtseinsan­tei­len be­geg­nen (bzw. sol­che wahr­neh­men), die ge­nau die­sem Glau­bens­satz eben­falls fol­gen oder anhängen. Das nen­nen wir dann „Bestäti­gung“: In­dem wir wahr­neh­men, daß an­de­re ähn­li­che Ide­en oder Er­fah­run­gen ha­ben, fühlen wir uns bestätigt. Und erst mit ei­ner sol­chen Bestäti­gung fühlen wir uns „im Recht“. Die­ses in­ne­re Gefühl der Rich­tig­keit ist der Leit­fa­den für un­se­re Wahr­neh­mung und so­mit für un­ser Er­le­ben.

Da­her ist je­de ein­zel­ne Idee oder In­ter­pre­ta­ti­on „rich­tig, gültig und re­le­vant“. Je­de; auch sämt­li­che Ide­en, de­nen ich selbst nicht anhängen mag oder die ich so­gar für grund­le­gend als „falsch oder ver­kehrt“ be­trach­te oder emp­fin­de. Doch für unzähli­ge an­de­re sind eben je­ne Ide­en re­le­vant, denn sie set­zen sich mit be­stimm­ten Fra­gen aus­ein­an­der, die ener­ge­tisch mit je­nen Ide­en ver­bun­den sind. – Ich den­ke zum Bei­spiel an all die unzähli­gen Ver­schwörungs­ge­schich­ten und de­ren Anhänger. Für all je­ne ist dies ei­ne un­be­strit­te­ne Rea­lität. Zwar ei­ne, in der sie sich aus­nahms­los als Op­fer fühlen, aber das spielt für den Rea­litäts­glau­ben kei­ne Rol­le. Of­fen­bar ist es so­gar wich­tig für all die­se Men­schen; denn da­durch, daß sie sich mit Hil­fe ei­ner Ver­schwörungs­theo­rie als wehr­lo­ses Op­fer fühlen, kann dies zu dem Be­wußtsein führen, daß sie sich weh­ren wol­len ge­gen die­sen Zu­stand. Denn die Wahr­neh­mung als Op­fer kann ei­ne an­de­re Hal­tung her­vor­brin­gen, ge­tra­gen von dem Wunsch, die­sen Zu­stand zu ändern. All die Ver­schwörungs­theo­re­ti­ker ha­ben da­her einen Stand­punkt ent­wi­ckelt, der sie da­hin lei­ten kann, et­was zu ändern an die­sem Zu­stand. Das ist doch gut.

Und so ist je­der ein­zel­ne Be­wußtseinsan­teil ein­ge­wo­ben in das ei­ge­ne Ide­en­ge­bil­de. Ide­en, die für wahr und re­al ge­hal­ten wer­den – ganz gleich, ob es mir mit die­sen Ide­en gut geht oder we­ni­ger gut. Aber es ist im­mer ein Sich-rei­ben, ei­ne Aus­ein­an­der­set­zung, die peu à peu neue Er­kennt­nis­se her­vor­bringt und da­her sich stets wan­delt und in die­sem Zu­ge wie­der­um neue Ide­en her­vor­bringt. – Es ist re­al, wor­an ich mich ent­schei­de zu glau­ben.

En­ki und En­lil zum Bei­spiel: Sie ha­ben ge­hol­fen, ei­ne be­stimm­te Be­wußtseins­idee um­zu­set­zen bzw. wa­ren der phy­si­sche Aus­druck ei­ner be­stimm­ten Be­wußtseins­idee. Der Aus­druck ei­ner Dua­lität er­for­dert für die Wahr­neh­mung zwei Per­so­nen; aber für mich sind es gleich­ran­gi­ge Aspek­te des Be­wußtseins, auch wenn sie so kon­trär er­schei­nen. Wir al­le ha­ben ge­nau dies in uns: schein­bar un­ver­ein­ba­re Ge­gensätze. Doch das ist das Ge­heim­nis der Ein­heit so­zu­sa­gen: daß in der Ein­heit ein je­des sei­nen Platz hat – gleich­ran­gig. Dies ist die grund­le­gen­de und qua­si erschüttern­de Er­kennt­nis des Auf­wa­chens. Ei­ne Er­kennt­nis, die nicht ge­dacht, son­dern nur er­fah­ren wer­den kann.

ANNUNAKI_Enlil-Enki-1_SNIPEn­ki/En­lil wa­ren je­den­falls An­nu­n­a­ki. Und womöglich wa­ren sie es, die das Gen­pro­jekt, aus dem der Ho­mo sa­pi­ens her­vor­ging, durch­geführt ha­ben. An­de­re wa­ren hieran eben­falls be­tei­ligt und ha­ben – li­ne­ar ge­dacht – später noch wei­te­re Ände­run­gen vor­ge­nom­men.

„Die Hüter der Er­de“ (oder in ple­ja­di­schen Wor­ten „Hüter der Le­ben­di­gen Bi­blio­thek“), dies müssen die „schönen Men­schen“ ge­we­sen sein. Doch ich neh­me an, recht weit zurück – viel­leicht bis vor 350.000 Jah­ren, als „die Götter“ ka­men bzw. ein neu­es Be­wußtseinspro­jekt ge­st­ar­tet wur­de. Das Pro­jekt mit den „Hütern der Er­de“ war ein­fach ein an­de­res, viel­leicht die­je­ni­ge Zeit, die vie­le als die „le­mu­ri­sche Pe­ri­ode“3 be­zeich­nen. Viel­leicht sind hier ver­schie­de­ne Ge­schich­ten oder ver­schie­de­ne Tei­la­spek­te zu ei­ner ein­zi­gen ver­knüpft wor­den; wie es ja so häufig ge­schieht über die Zeit. Da nur we­ni­ge Quel­len oder Be­rich­te verfügbar sind – und selbst die­se teils schon frag­men­tiert oder verändert –, wird die An­stren­gung un­ter­nom­men, all die­se Frag­men­te zu ei­nem Gan­zen, zu ei­nem kohären­ten Bild, zu­sam­men­zufügen. Doch wie bei ei­nem Puzz­le kann man ei­ne Ecke nicht mit ei­nem Teil aus der Mit­te ver­bin­den, und teil­wei­se muß man da­von aus­ge­hen, daß man­che Tei­le aus ei­nem an­de­ren Bild oder Puzz­le stam­men. Da­her er­ge­ben sich all die unzähli­gen In­ter­pre­ta­tio­nen des Quel­len­ma­te­ri­als. Wie soll man Klar­heit er­lan­gen in solch ei­nem Wirr­warr? Das geht ein­zig und al­lein, wenn man selbst sich in die je­wei­li­gen Ge­schich­ten hin­ein­ver­setzt und ei­ge­ne – für einen selbst stim­mi­ge – Schlußfol­ge­run­gen zieht. Und das kann und wird sich für je­den ein we­nig an­ders dar­stel­len, je nach­dem, auf wel­chen Glau­benssätzen das je­wei­li­ge Den­ken und Er­le­ben/Wahr­neh­men sich gründet.

Wes­halb al­so soll es so wich­tig sein, ei­ne ei­ge­ne In­ter­pre­ta­ti­on zu lie­fern, außer für die Re­le­vanz, die es für mich, für den­je­ni­gen, der sich auf sei­ne Wei­se mit der Welt aus­ein­an­der­setzt, hat? Es kann ja nicht das An­lie­gen sein, „möglichst vie­le Anhänger“ für die ei­ge­ne In­ter­pre­ta­ti­on zu ge­win­nen! Die­ser Aspekt be­deu­tet doch le­dig­lich, daß ich wei­te­re „Mit­strei­ter“ möchte, um ein be­stimm­tes Sze­na­rio aus­zu­le­ben, je­ne Bestäti­gung, von der ich vor­hin sprach. Doch was nützt mir das, wenn es doch am re­le­van­tes­ten von Al­lem ist, letzt­lich die ei­ge­ne Wahr­neh­mung für wahr zu hal­ten? Und zwar voll­kom­men un­abhängig da­von, was ein an­de­rer glau­ben oder den­ken mag! Dies scheint die schwie­rigs­te Auf­ga­be wohl über­haupt zu sein. Es zeigt, wie sehr wir uns doch als ein Or­ga­nis­mus, als ein Grup­pen­ver­band fühlen. Denn je größer ei­ne Idee oder ein Pro­jekt ist, das ich um­set­zen möchte, de­sto mehr Ein­zela­spek­te müssen in­te­griert wer­den. Und die­se Ein­zela­spek­te sind je­ne Viel­zahl von auch teil­wei­se kon­trären Ide­en und An­sich­ten. An die­ser Stel­le lan­det man bei ei­ner Grund­wahr­heit: Erst, wenn ich selbst eins und al­so ei­nig bin mit mei­ner ei­ge­nen Idee und mei­ner ei­ge­nen Wahr­neh­mung, kann ich er­ken­nen und al­so an­neh­men (es zu­las­sen), daß sämt­li­che an­de­ren Aspek­te und Ide­en ge­nau­so re­le­vant sind wie die ei­ge­ne; ich muß sie dann nicht mehr bekämp­fen.

Ich blei­be im­mer und im­mer an der­sel­ben Fra­ge hängen: Wie­so soll ich der Welt „of­fi­zi­ell“ ei­ne wei­te­re Sicht­wei­se hin­zufügen, wenn doch so­wie­so schon al­les aus den Nähten platzt von un­gezähl­ten Sicht­wei­sen? Mehr als ein Denk­an­stoß kann es nicht sein, und kei­nes­falls kann es dar­um ge­hen, Leu­te bzw. Be­wußtseinsan­tei­le „auf die ei­ge­ne Sei­te“ zu brin­gen. Was man er­reicht, ist le­dig­lich ei­ne wei­te­re Idee, die zur Viel­zahl der Möglich­kei­ten und – wie ich mei­ne – der Ver­wir­rung bei­trägt. Ich bin mir si­cher, es exis­tie­ren mehr als genügend In­ter­pre­ta­tio­nen für je­den, um ir­gend­wo an­do­cken zu können. Zwar bin ich ge­nau­so und beschäfti­ge mich gern mit ver­schie­de­nen Ide­en, aber letzt­lich zählt, daß man qua­si ge­nau hier­mit aufhört und anfängt, die ei­ge­ne Wahr­heit zu le­ben und sich mit ihr zu ver­bin­den und mei­nem ei­ge­nen Emp­fin­den zu trau­en.

Ei­ne „neue“ oder an­de­re, veränder­te Welt gründet sich je­weils auf ei­ner neu­en Phi­lo­so­phie, auf „neu“ er­run­ge­nen oder er­wor­be­nen Glau­benssätzen, die nun ei­ne „neue“ Wahr­heit be­gründen. Von da­her kann man sa­gen: Ei­ne (neue) Phi­lo­so­phie gründet ei­ne neue Welt bzw. Welt­an­schau­ung, auf de­ren Grund­la­ge an­de­re Ide­en aus­pro­biert oder ge­lebt wer­den. Wes­halb soll­te ich denn wol­len, daß z.B. an­de­re mei­ner Phi­lo­so­phie fol­gen, mei­ne Idee be­rei­chern oder un­terstützen? Ich ha­be kei­nen Ein­fluß dar­auf, ob je­mand lie­ber dem Nach­rich­ten­spre­cher folgt, den El­tern, Nach­barn oder sonst­je­man­dem. Es ist nicht wirk­lich möglich den Leu­ten bei­zu­brin­gen, daß das ein­zi­ge, was zählt und wahr­haft re­le­vant ist, der Glau­be ist und folg­lich die Er­kennt­nis der Aus­rich­tung der ei­ge­nen Wahr­heit. Je­mand liest die­se Zei­len, nickt und sagt: „Oh ja, das stimmt“ – setzt sich hin und sucht wei­te­ren In­put und war­tet wei­ter­hin, daß sich ir­gend­et­was für ihn verändern möge.

Aber ha­be ich nicht selbst durch die Sicht­wei­sen an­de­rer (Abra­ham, Ca­sta­ne­da, McKen­na etc.) Führung er­hal­ten? Ich den­ke häufig, daß dies über­haupt nur möglich war, weil ich be­reits wußte, „wo ich hin­will“. Aber ge­nau das ist ja die Crux: An­statt ins Le­ben hin­ein­zu­sprin­gen, su­che ich Bestäti­gung, eben weil ich mei­ner ei­ge­nen Wahr­neh­mung wie­der nicht ver­traut ha­be! Al­so fin­de ich: tol­le Übun­gen und An­lei­tun­gen, die ich nicht ma­che, weil ich ja weiß, wie ir­re­le­vant sie letzt­lich sind. Denn so­lan­ge ich dem Glau­ben un­ter­lie­ge, ich müsse „ir­gend­wo­hin“ ge­lan­gen, glau­be ich, es sei nicht rich­tig, wo ich grad bin oder wer ich grad vor­ge­be zu sein. Wei­te­re In­ter­pre­ta­tio­nen führen da­her nir­gend­wo­hin, son­dern len­ken mich wei­ter­hin da­von ab, mein Hier+Jetzt-Le­ben zu le­ben.

Philosoph_SNIPIn die­sem Zu­sam­men­hang ist es doch in­ter­essant zu se­hen, wie ir­re­le­vant für un­ser heu­ti­ges Le­ben all die al­ten Phi­lo­so­phien sind – sie ha­ben sich über­lebt. Sie wa­ren der Aus­druck ei­ner be­stimm­ten Zeit, ei­ne Wi­der­spie­ge­lung. Es sind Spie­le­rei­en und Ge­dan­ken­kon­struk­te, sich mit all den al­ten Ide­en zu beschäfti­gen, denn was macht man da­mit? Man ver­gleicht sie mit dem, was Heu­te ist und mit den ei­ge­nen heu­ti­gen Ge­dan­ken und Ide­en. Man ver­sucht al­so Re­le­vanz aus et­was zu zie­hen, das für Heu­te kei­nen Be­zug mehr lie­fert. Wäre es an­ders, je­der würde sich auf all die al­ten Phi­lo­so­phen stürzen. Aber das Le­ben, der ei­ge­ne Aus­druck fin­det nicht statt auf dem Pa­pier. Im­mer wird ver­sucht, über das Ver­glei­chen von ei­nem Ges­tern zu ei­nem Heu­te An­halts­punk­te zu fin­den für ein „bes­se­res Le­ben“, ein erfüll­teres. In der An­nah­me, daß man le­dig­lich ir­gend­wel­che Ide­en, Übun­gen oder Vor­ge­hens­wei­sen über­neh­men könn­te und schwupp, ist al­les bel­la und wun­der­voll. So­lan­ge ich auf die­se Wei­se den­ke oder vor­ge­he, wird mir das nichts nützen, wird es mir nicht ei­ne größere Le­ben­dig­keit oder ein Hier+Jetzt-Gefühl ver­schaf­fen, denn ich fol­ge ja dann nicht mei­nem ei­ge­nen Drang, mich aus­zu­drücken, son­dern ver­su­che, ei­nes an­de­ren Wahr­heit oder Wahr­neh­mung zu le­ben oder zu ko­pie­ren. Das funk­tio­niert aber nicht. Denn würde dies funk­tio­nie­ren, hätten wir das Auf­wa­chen längst ge­meis­tert.

Es gibt be­reits un­gezähl­te Bei­spie­le von Leu­ten, die ge­nau das­sel­be „pre­di­gen“. Doch nur du selbst kannst dei­ne ei­ge­ne Wahr­heit le­ben; was be­deu­tet: dei­ner ei­ge­nen Wahr­neh­mung und dei­nem ei­ge­nen Emp­fin­den 1.) zu ver­trau­en und 2.) zu fol­gen. Da ist sonst nichts! Al­les an­de­re sind Spie­le­rei­en und Ge­dan­ken­kon­struk­te, die nicht re­le­vant sind für den Aus­druck dei­nes ei­ge­nen Le­bens. Nie­mand kann dies er­set­zen oder tun für dich.

Hin­zu kommt ja auch noch un­se­re ein­ge­wur­zel­te Au­to­ritätshörig­keit: Spricht mich ei­ne Idee be­son­ders an, sit­zen wir so­fort zu Füßen des Pre­di­gers. Es ist ei­ne Be­hin­de­rung im ei­ge­nen Fort­kom­men, nicht ei­ne Be­rei­che­rung. Zu­dem nimmt man je­des Wort des neu­en „Gu­rus“ für ba­re Münze und ja: ver­gleicht. Was zur Fol­ge hat, daß ich mich per­ma­nent schimp­fe, weil ich nun in mei­nem ei­ge­nen Kopf einen ewi­gen Wett­streit aus­gelöst ha­be: Je­ner ist „rich­tig“, aber ich ma­che oder den­ke et­was an­de­res, al­so bin ich „falsch“. Erst wenn ich so den­ke oder han­de­le wie je­ner, wer­de ich Weis­heit er­lan­gen, auf­ge­wacht sein, glück­lich – wha­te­ver.

Man könn­te fast sa­gen, all die­se Gu­rus oder Pre­di­ger sei­en Gift für uns. Denn letzt­lich verkörpern sie le­dig­lich ei­ne wei­te­re Idee, ei­ne wei­te­re An­sicht; doch wo­her will ich wis­sen, daß die­se zu­trägli­cher ist für mich als ei­ne an­de­re Idee oder et­was, wor­an ich zu­vor ge­glaubt ha­be? Da hast du′s: Ich kann es unmöglich wis­sen, so­lan­ge wie ich nicht ins ei­ge­ne Le­ben sprin­ge, sel­ber den­ke, al­les über­prüfe für mich, al­les hin­ter­fra­ge und mei­ne ei­ge­nen Schlüsse zie­he.

(Spax 17.2.15)

Download PDF

Fußnoten

  1. The Wes Pen­re Pa­pers, A Jour­ney Through the Mul­ti­ver­se, The Se­cond Le­vel of Lear­ning, 14.12.2012; (wes­pen­re.com), be­sucht im Fe­bru­ar 2015.
  2. Ge­meint sind „persönli­che Be­wußtseinsan­tei­le“, „See­len“.
  3. Le-Mu-ria­ner – die­je­ni­gen, die in Mu le­ben.