aufgeregtes Denken

22. Juni 2015 at 04:31

Wasser-Gespritz-2_SNIPPINGIch bin recht müde in mei­nem Kopf, denn ich ha­be länger als sonst ge­schla­fen. Ge­dan­ken­fet­zen, die mein Hirn durch­rei­sen. Und im­mer die­ser Trieb, sich an einen die­ser Fet­zen dranhängen zu wol­len. Als hin­ge un­ser Le­ben da­von ab, daß wir stets ir­gen­det­was wie­derkäuen in un­se­ren Köpfen. Doch das ist nicht das Le­ben. Das Le­ben ist un­ser Aus­druck, un­ser Han­deln – ganz gleich, worin die je­wei­li­ge Hand­lung be­ste­hen mag –, das Han­deln im Jetzt, in mei­ner Stil­le. Denn das ist, worin ich mich im­mer und im­mer wie­der­fin­de, was mich ver­drah­tet, er­det und ver­an­kert: die in­ne­re Stil­le.

Es ist ge­ra­de­zu gro­tesk: Wenn ich in mei­ner Stil­le bin und mein gan­zes Sys­tem sich be­ru­higt, dann zu be­ob­ach­ten, was mit mir pas­siert, so­bald ir­gend­ein Ge­dan­ke durch mein Hirn spa­ziert und so­gleich ei­ne in­ne­re „Auf­re­gung“ statt­fin­det, Mus­keln sich an­span­nen oh­ne daß ich dies be­mer­ke und so­fort ei­ne la­ten­te in­ne­re Un­ru­he ent­steht, die man all­ge­mein für das Le­ben­dig­s­ein hält. Es ist wirk­lich phan­tas­tisch, wie un­se­re Kopf­ge­dan­ken Aus­wir­kun­gen auf un­se­ren ge­sam­ten Le­bens­zu­sam­men­hang ha­ben, für un­ser Le­bens­gefühl, für un­se­ren ge­sam­ten Aus­druck. Und natürlich muß dies so sein, denn al­les ist stets mit al­lem an­de­ren ver­bun­den. Da­her durch­dringt je­de Re­gung mei­nes Be­wußtseins mein ge­sam­tes Sein, ist ei­ne „Rück­kopp­lung“ auf al­les, was ich wahr­neh­me und mir hier­durch wie­der zurück­ge­spie­gelt wird.

Das „Le­ben in den Kopf­ge­dan­ken“ ist da­her ein ganz an­de­rer Aus­druck als das Sich-aus­drücken, das aus der in­ne­ren Stil­le ent­steht.

(Spax 22.6.15)

Download PDF